Erstellt am 20. Juli 2011, 00:00

Industrie und Ökologie keine unvereinbaren Gegensätze!. PROJEKTVORSTELLUNG / Am Mittwoch, dem 13. Juli präsentierten Vertreter der OMV-Raffinerie Schwechat gemeinsam mit den Stadtimkern das Projekt Bienengarten.

Auch eine Verkostung des frischen Honigs stand auf dem Plan. Gerhard Frauenberger und Gerhard Wagner griffen genüsslich zu.  |  NOEN
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VON NICOLE NESTLER

SCHWECHAT / Hintergrund des interessanten Projekts: Verschiedenste Arten von Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge finden in Regionen mit intensiver industrieller Landwirtschaft heutzutage kaum mehr Nahrung. Die OMV stellt dem Verein der Stadtimker brachliegende nicht mit Pestiziden belastete Flächen zur Verfügung und schafft damit eine Überlebensgrundlage für die teilweise bedrohten Arten.

Unter tatkräftiger Unterstützung durch die Mitarbeiter der OMV-Bauabteilung entstanden in der Mannswörther Straße mehrere Bienenstöcke für mehr als 200.000 Bienen auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern. Das entspricht einer Größe von 10 Tennisplätzen. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen: Denn die Blumenwiese blüht derzeit voll auf und auch die Raffineriebienen entpuppen sich als besonders fleißige Tierchen. Seit Jahresbeginn konnten nämlich unglaubliche 140 Kilogramm Honig geerntet werden! Dieser wird nun einerseits sozialen Institutionen zur Verfügung gestellt und dient auf der anderen Seite als originelles Präsent für Geschäftspartner, mit dem Hinweis, dass auf dem OMV- Gelände nicht nur Treibstoffe und Heizöle erzeugt werden.

Und wie schmeckt der erzeugte Raffinerie- Honig? Felix Munk, Sprecher der Stadtimker meinte dazu: Die Honige, die wir bei der Raffinerie ernten sind ohne Übertreibung besonders vielfältig. Denn die Bienen finden hier in nächster Umgebung rund um ihren Stock eine große Menge an verschiedensten Nektar und Pollen spendenden Pflanzen. Der Honig von diesem Standort unterscheidet sich somit wesentlich von jenem aus ländlichen Gebieten. Dort sind die Bienen an ihrem Standort häufig auf Monokulturen angewiesen, die nur wenige Tage oder Wochen blühen. Der geerntete Honig wurde sogar auf Schwermetalle und andere Belastungen untersucht, mit einem ausgezeichneten, weil unbedenklichen Ergebnis, so Munk.

Auch Dr. Franz Luger von der OMV bezog Stellung zu dem Projekt: Mit dieser Nachbarschaftspflege kann der Nachweis erbracht werden, dass Industrie und Ökologie keine unvereinbaren Gegensätze darstellen und dass es eine funktionierende Symbiose zwischen erhaltenswerter Natur und wirtschaftlichen Interessen durchaus geben kann. Dieses erfolgreiche und einzigartige Bienen- und Artenschutzprojekt macht einen nachhaltigen Lebensstil realitätsnah und sichtbar. Davon könnten sich auch viele andere Unternehmen etwas abschauen!

Felix Munk ist übrigens weiterhin auf der Suche nach freien Flächen, die von Industrie, Wirtschaft und Privaten zur Errichtung weiterer Bienenstöcke bereitgestellt werden können, damit solche Projekte öfter umgesetzt werden können und ein wirksamer Artenschutz stattfinden kann. Weitere Informationen findet man auf der Homepage www.stadtimker.at.