Erstellt am 08. März 2016, 13:07

von NÖN Redaktion

Intendanz des Theater Forum weiter offen. Im Theater Forum Schwechat ist ab Mittwoch die Abschiedsinszenierung von Intendant Johannes Hoflehner zu sehen.

Theaterintendant Johannes C. Hoflehner schaut skeptisch in die Zukunft. Er fordert eine Änderung der NÖ Gemeindeordnung für Betriebe unter einer bestimmten Größe. »Andernfalls droht die deutliche Einschränkung des Programmangebotes und das Theater Forum Schwechat wird in der jetzigen Form nicht länger bestehen können«, so Hoflehner.  |  NOEN, privat
Die anstehende Nachbesetzung der Funktion sorgt bei den Grünen für "Befremden": Ein Verhaltensmuster des "alten", abgewählten Schwechat scheine wieder zum Vorschein zu kommen, "im letzten Moment" hätte der drittgereihte "SPÖ-nahe" Kandidat zum Zug kommen sollen, so die Kritik.

Die Grüne Stadtratsriege hat laut einer Aussendung vom Dienstag die "von der roten Regierungshälfte eingefädelte, aber zweifelhafte Maßnahme" in der jüngsten Stadtratssitzung vorerst verhindert. Die Schwechater Grünen - seit der Gemeinderatswahl 2015 in Koalition mit der SPÖ - hätten, der Empfehlung der Fachjury folgend, den erstgereihten Kandidaten unterstützt.

20 Bewerbungen in Auswahl

Nach öffentlicher Ausschreibung waren 20 Bewerbungen in die Auswahl gekommen. Gesucht wird nach einem künstlerischen Intendanten mit kaufmännischem Wissen. Diese fachliche Kompetenz fehle den Grünen beim drittgereihten Kandidaten, meinte Stadträtin Ljiljana Markovic. Für Fraktionsobmann Peter Pinka ist die SPÖ-Nähe des Gemeindemitarbeiters ein "zusätzlicher Haken".

Man habe darauf vertraut, dass objektive Entscheidungskriterien ausschlaggebend sein würden. "Dass hier möglicherweise andere Interessen - oder sogar SPÖ-interne Absprachen - wichtiger sein sollen, werden wir nicht hinnehmen. Das erinnert zu sehr an jene 'roten Zeiten', die uns jene Probleme beschert haben, mit denen unsere Heimatstadt Schwechat derzeit zu kämpfen hat", so Pinka. Die Grünen wollen jedenfalls auf eine rasche Entscheidung drängen.

Johannes C. Hoflehner wirft zu Saisonende nach 16 Jahren als Theaterleiter das Handtuch - "entnervt von bürokratischen Hürden", wie er wiederholt erklärte. Im Herbst 2015 hatte er angekündigt, seinen bis Juni 2016 befristeten Vertrag nicht zu verlängern, weil er "keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit" sehe.

Baier: "Regierungsinterne Diskussion nicht über Medien"

Die SPÖ kritisiert in einer ersten Reaktion , dass die Grünen die Unstimmigkeiten über die Medien ausrichten. Bürgermeisterin Karin Baier: „Ich stehe ich der Austragung regierungsinterner Diskussionen über die Medien kritisch gegenüber.“ SPÖ-Parteichef David Stockinger ergänzt: „Das hat nämlich auch etwas mit Vertrauen zu tun!"

Zur Sache an sich, erklärt Karin Baier, dass sich bereits im Zuge des Auswahlverfahrens ein unterschiedlicher Zugang in der Wertung der Wichtigkeit der künstlerischen bzw. wirtschaftlichen Qualifikation gezeigt habe. Baier: „Es kam dann bei der  Vorbereitung der Stadtratssitzung zu Diskussionen, weil seitens der Grünen die Meinung vertreten wurde, dass nur der/die Erstgereihte des Jury-Vorschlages zur Abstimmung gebracht werden sollte, wohingegen seitens der anderen Fraktionen die Ansicht bestand, dass dem Gremium "Stadtrat" sehr wohl die 4 bestgereihten Kandidaten zur Entscheidung vorgelegt werden sollten.“

Entscheidung vertagt

So kam es dann und  erst als der letzte Schritt der Entscheidung per Los anstand, haben die Grünen die Stadtratssitzung verlassen. Baier betont, dass das Gremium trotzdem noch entscheidungsfähig gewesen wäre. Aber alle im Stadtrat verbliebenen Fraktionen hätten freiwillig die letztendliche Entscheidung vertagt, um mit den Grünen nochmals das Gespräch zu suchen, erklärt Baier.

Sie betont: „Aus dieser Vorgehensweise geht klar hervor, dass natürlich weiterhin Gesprächsbereitschaft besteht, ein Vergleich mit "vergangenen SPÖ Zeiten" scheint mir daher völlig unangebracht - im Gegenteil, das Bestreben der SPÖ war es vielmehr, auch in dieser Angelegenheit eine den Grundprinzipien der Demokratie entsprechendes Ergebnis erzielen zu können, was ich mir naturgemäß auch von den Grünen erwarte.“

Und Stockinger unterstreicht: „Eine Personalbesetzung soll v.a. die aktuelle Finanzlage der Stadtgemeinde berücksichtigen und die wirtschaftliche Kompetenz des Geschäftsführers des Theater Forums Schwechat spielt daher eine wesentliche Rolle. Weiters darf eine Parteinähe bzw. ein Beamtentitel kein Grund für eine Bevorzugung eines Bewerbers sein, so wie es oft in der Vergangenheit der Fall war, es darf aber auch KEIN  Ausschlussgrund sein! Es muss die Qualifikation entscheiden. Punkt.“