Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:02

von Andreas Fussi

Bahnsteigsanierung: Steiger hinterfragt Sinn. Haltestelle Kledering modernisiert. Für Alt-Vize Geldverschwendung, da weiterhin keine Barrierefreiheit gegeben ist.

Die modernisierten Bahnsteige ermöglichen jetzt ein niveaufreies Einsteigen in die Züge. Der Zugang ist aber weiterhin nicht barrierefrei.  |  NOEN, Fussi

Wie berichtet, war von 11. bis 9. Oktober der Bahnsteig in der Haltestelle Kledering gesperrt, da er erneuert wurde. Die Bahnsteigkante wurde erhöht, um ein niveaufreies Einsteigen in die Nahverkehrstriebwägen zu ermöglichen. Weiters erneuerte man die Beschallung, Wegeleitung und Beschilderung, Bänke und Abfallbehälter. Zudem wurde ein Blindenleitsystem errichtet, auf LED-Beleuchtung umgerüstet und der Korrosionsschutz beim Bahnsteigdach erneuert.

Der ehemalige SPÖ-Vizebürgermeister Walter Steiger hinterfragt aber die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen, da die Haltestelle weiterhin nicht behindertengerecht zu betreten sei. „Die ganze Sanierung ist eine Geldverschwendung und Pflanzerei“, behauptet er und fordert die Installierung eines Aufzuges.

Barrierefreiheit schrittweise nach Prioritäten

Steiger hinterfragt, warum die Bahnsteige zwar ein niveaufreies Einsteigen ermöglichen, es aber Rollstuhlfahrern oder körperlich beeinträchtigten Personen sowie Mütter oder Väter mit Kinderwägen fast unmöglich gemacht werde, zu den Bahnsteigen gelangen zu können. Seit 25 Jahren kämpfe er für eine behindertengerechte Haltestelle, aber nichts habe sich getan.

Bei den ÖBB betont man weiterhin, dass bei der barrierefreien Gestaltung der Bahnhöfe „in Abstimmung mit den Behindertenorganisationen schrittweise nach Prioritäten“ vorgegangen werde, so Pressesprecher Christopher Seif. Hier habe der Bahnhof Kledering aufgrund der zu geringen Frequenz keine Priorität etwa gegenüber Bezirkshauptstädten sowie frequenzstarken Stationen.