Erstellt am 11. Mai 2016, 05:54

von Susanne Müller

Selbstbewusst wie nie zuvor. Susanne Müller über die Folgen der Präsidentenwahl in der Region.

Der erste Durchgang der Bundespräsidenten-Wahl sorgt in der Region in allen politischen Lagern für Nachbeben.
Bei der SPÖ hat sich die Parteibasis, allen voran die Schwechater Teilbezirksorganisation, schon in der Vorwoche auf die Beine gestellt und eine Neuausrichtung gefordert. Zahlreiche SP-Politiker der Region haben ihren Unmut offen kundgetan – etwas, das in der SPÖ lange Zeit undenkbar gewesen wäre. Und auch nach dem Abgang von Werner Faymann verstummten die kritischen Stimmen an der Parteibasis nicht.

Der Blick auf die Stichwahl zwischen zwei Kandidaten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, bringt nun immer mehr Menschen dazu, klar politisch Stellung zu beziehen. Eine Bundespräsidentenwahl, bei der sich ein regionales Personenkomitee bildet, dem Polit-Neulinge ebenso angehören wie ÖVP- und SPÖ-Politiker, hat es bisher noch nicht gegeben. Die viel zitierte Politikverdrossenheit kann also auch einen positiven Effekt haben, wenn sie die Bürger dazu bringt, derart selbstbewusst ihre Meinung zu vertreten.