Erstellt am 25. Januar 2016, 11:08

Komplett zügellos: Zwei Jahre Haft und Einweisung in Anstalt. Zwei Jahre Haft und Einweisung in Anstalt für 19-Jährigen, der 13-jähriges Mädchen missbrauchte. Dabei wurde ein Kind gezeugt.

 |  NOEN, zVg
Auf der Donauinsel in Wien soll ein heute 19-jähriger Mann aus dem Bezirk Eisenstadt im April 2014 laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft eine 13-Jährige vergewaltigt haben. Ein zweites Mädchen soll im April 2015 in Schwadorf Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden sein.

Am Montag stand der Mann in Eisenstadt vor Gericht. Über Monate hinweg soll er zu der 13-Jährigen ein sexuelles Verhältnis gehabt haben. Das Mädchen wurde schwanger, im Herbst 2014 kam ihre Tochter zur Welt.

Als die Minderjährige bereits schwanger war, soll der Angeklagte sie auf der Donauinsel in ein Gebüsch gezerrt, niedergedrückt und zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

2015 hatte der Angeklagte eine neue Beziehung zu einer Minderjährigen angebahnt. Am 17. April 2015 soll er dieses Mädchen hinter einem Supermarkt in Schwadorf vergewaltigt haben.

Zahlreiche weitere Straftaten

Gemeinsam mit seinem Bruder beging der Angeklagte zahlreiche weitere Straftaten. Die beiden Männer machten sich einen Spaß daraus, Notrufnummern zu wählen und Brände oder Unfälle vorzutäuschen.
Unter anderem behauptete der Angeklagte, im WC eines Regionalzuges von Wien Hauptbahnhof nach Wien Meidling befinde sich eine Bombe, die beim Einfahren in den Bahnhof hochgehen würde.

„Sie waren komplett zügellos“, sagte Staatsanwältin Beatrix Resatz über die Brüder. Mehrmals seien aufgrund dieser Anrufe Feuerwehr und Rettung ausgerückt. Polizei und Hilfsorganisationen seien, so die Staatsanwältin, massiv belästigt worden.

Angeklagter ist geistig und seelisch abnorm

Laut psychiatrischem Gutachten liegt bei dem Angeklagten eine geistig-seelische Abnormität höheren Grades vor. Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Sein Mandant sei nicht in der Lage, das Unrecht seiner Taten einzusehen, brachte Verteidiger Willibald Stampf für den Angeklagten vor. Der Prozess wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Gabriele Nemeskeri verurteilte den Angeklagten nach mehrstündigem Prozess schließlich zu zwei Jahren Freiheitsstrafe und wies ihn auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ein.

Ein Freispruch wurde hinsichtlich eines Vergewaltigungsvorwurfes gefällt. Der zweiten Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs sowie einer Vielzahl weiterer Straftaten wurde der Angeklagte schuldig gesprochen.

Er nahm das Urteil an. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab - das Urteil ist nicht rechtskräftig.
 

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