Erstellt am 10. Dezember 2015, 14:08

von Andreas Fussi

Kritik an Zug-Fahrplan. Brigitte Krenn erhofft sich von ÖBB Verbesserungen bei Flughafenschnellbahn "statt weiterer Verschlechterungen"

 |  NOEN, BURGGRAF

Mit einem offenen Brief wendet sich Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) an ÖBB-Chef Kern. Der Grund: Der beworbene Fahrplanwechsel am 13. Dezember sei nicht zum Jubeln, findet sie.

Ihr Argument: „Seit dem zweigleisigen Ausbau der Flughafenschnellbahn wartet die Region auf den Viertelstundentakt für die S7. Zuerst kam der CAT, der den Pendlern nichts bringt. Dann erfolgte der Bau der Verbindung zwischen Flughafen und Hauptbahnhof. Aber anstatt hier eine zusätzliche Verbindung für die Tagespendler zu schaffen, verkehren derzeit noch der ICE im Zweistundentakt und ab 13.12. Railjets und IC-Züge im Halbstundentakt. Die Pendler haben auch davon nichts, wird doch ein gewaltiger Fahrpreisaufschlag verrechnet.“ Dafür habe die Region „vollgestopfte Schnellbahnzüge“ mit unmodernem Wagenmaterial.

Verschlechterungen werden bemängelt

Krenn bemängelt eine weitere Verschlechterung: Bisher gab es zumindest in den Morgenstunden zwischen 6:46 und 8:16 Uhr einen Viertelstundentakt bei der Haltestelle Schwechat Richtung Wien und zeitversetzt auch bei der Haltestelle Wien-Kaiserebersdorf. Mit den neuen Abfahrtszeiten der Eilzüge um 18 Minuten nach der vollen Stunde und den normalen Schnellbahnzeiten um 25 und um 52 sei dieser Vorteil morgens weg. Schlimmer sei es in Kaiserebersdorf, wo die Fahrtrichtung Wien auf einen Halbstundentakt heruntergekürzt wurde. Krenn: „Es ist unverständlich, warum mit dem neuen Fahrplan noch weitere Verschlechterungen im Personennahverkehr erfolgen.“

Laut ÖBB-Holding-Pressesprecherin Sonja Horner könne ein durchgehender 15-Minuten-Takt auf der S 7 zwischen Schwechat und Wien derzeit nicht realisiert werden. Sie bedauert auch, dass es bei Kurzzügen zu Qualitätseinschränkungen komme, die aufgrund eines laufenden Verbesserungsprogramms der S-Bahn Garnituren unvermeidlich seien. Hinsichtlich der Qualität des Wagenmaterials werde es aber im kommenden Jahr eine deutliche Verbesserung geben, kündigt Horner an: „Bis Ende 2018 werden in der Ostregion schrittweise 61 neue Cityjet Garnituren den Betrieb aufnehmen und die alten, teilweise schon unattraktiven 4020 Garnituren ablösen.“

Eine weitere Entlastung der S7 Züge erwarten sich die ÖBB auch durch die verdichtete Anbindung des Flughafens an den ÖBB Fernverkehr.