Erstellt am 04. November 2015, 04:07

von Gerald Burggraf

Rückenwind für Öffi-Card-Forderung. Unterschriftenaktion der Bürgerliste bringt rund 700 Unterstützungserklärungen. VP-Ortschef winkt jedoch ab.

Die Station »Kanadagasse« befindet sich schon in der ersten VOR-Außenzone.  |  NOEN, Foto: Burggraf

LEOPOLDSDORF | Nur wenige hundert Meter trennen die Haltestellen „Leopoldsdorf-Kanadagasse“ und „Wien Rustenfeldsiedlung“ voneinander. Dennoch ist der Unterschied der Busstationen groß, liegt doch zweitere innerhalb und erstere außerhalb der Kernzone 100. Steigt man also in der Kanadastraße ein, sind pro Fahrt 2,20 Euro zusätzlich zu berappen.

Ein Umstand, den die Bürgerliste Leopoldsdorf zu ändern gedenkt. Nachdem eine Kernzonenerweiterung jedoch wenig realistische Chancen zur Umsetzung hat, rückte das Öffi-Card-Konzept aus Schwechat in den Fokus der Polit-Fraktion um Helmut Syrch. Dabei handelt es sich um eine von der Gemeinde finanzierte Öffi-Karte, die das Schwechater Stadtgebiet zur erweiterten Kernzone 100 erklärt. Natürlich in Absprache mit dem Verkehrsverbund Ost-Region (VOR). Bürger mit einer Jahreskarte der Wiener Linien können am Gemeindeamt eine Öffi-Karte anfordern. Die Kosten trägt zur Gänze die Gemeinde.

 Mikro-öffentlicher Verkehr mit Kleinbussen

„In Schwechat funktioniert das System seit Jahren. Wir sehen es als Statement in die Zukunft und die Umwelt“, betont Syrch. Mit einer Unterschriftenaktion konnte die Bürgerliste auf Anhieb 700 Unterstützungserklärungen sammeln, die der Forderung Auftrieb verleihen sollen. „Wir wollen damit in den Verkehrsausschuss und dann gemeinsam mit der Gemeindeführung Gespräche mit VOR starten“, gibt der Listenchef die Richtung vor. 

Auf wenig Gegenliebe stößt die Idee jedoch bei VP-Bürgermeister Fritz Blasnek. „Es gab dazu schon Gespräche. In Leopoldsdorf kommen dafür 140 Leute infrage. Diese würde der Gemeinde im Jahr 55.000 Euro kosten. Das steht sich nicht dafür“, erläutert er. Selbst wenn dadurch mehr Leute auf die Öffis umsteigen würden, sei es keine ideale Lösung, denn: „Jeder weitere Nutzer kostet mehr.“ Blasnek bezeichnet den Vorstoß der Bürgerliste als „populistisch“. Die ÖVP setze vielmehr auf ein Konzept eines mikro-öffentlichen Verkehrs, in Form von Kleinbussen. „Daran arbeiten wir gerade“, so der Ortschef.