Erstellt am 23. September 2015, 05:27

von Gerald Burggraf

Umfrage zu künftiger Bezirkszugehörigkeit. Gemeinde befragt Bürger zu welchem Bezirk Leopoldsdorf gehören soll. Orts-Politik ist sich schon einig.

Karin Zboril, SP.  |  NOEN, RobGold/privat

Es war ein regelrechter Paukenschlag für den das Regierungsteam der ÖVP NÖ vor mittlerweile knapp zwei Wochen sorgte. Der Bezirk Wien-Umgebung soll mit 1. Jänner 2017 der Geschichte angehören (die NÖN berichtete).

Bis auf drei Gemeinden werden alle Kommunen ab diesem Zeitpunkt dem Bezirk Bruck an der Leitha angehören. Lediglich Leopoldsdorf, Lanzendorf und Maria Lanzendorf müssen sich Richtung Westen nach Mödling orientieren. Das Unverständnis ist in allen drei Gemeinden groß. Warum gerade diese drei? Warum wird der Teilbezirk zerrissen? Das sind nur zwei der vielen Fragen, die durch diese Ankündigung der Landesregierung entstanden sind.

Umfrage auf Gemeinde-Homepage

Ein erster Landtagsbeschluss zur Bezirksauflösung wird am Donnerstag gefällt. Zumindest bis dahin wird auch die Online-Umfrage auf der Leopoldsdorfer Gemeinde-Homepage laufen. Dabei wird gefragt, an welchen Bezirks sich die Marktgemeinde anschließen soll. Natürlich ohne Garantie für einen Richtungswechsel im Land.

Bürgermeister Fritz Blasnek (VP) verspricht: „Ab einer Teilnehmerzahl von 1.000 Stimmen ist das Ergebnis repräsentativ. Egal welches Resultat herauskommt, nach diesem wird die Gemeinde handeln.“ Grundsätzlich habe er sein Unverständnis über die Abspaltung Leopoldsdorf in St. Pölten schon deponiert. „Ich plädiere dafür, bei Schwechat zu bleiben“, unterstreicht er. Da die Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft auch bei einem Zusammenschluss mit Bruck erhalten bleibt, wäre diese Variante naheliegender.

Ähnlich sieht das auch die Bürgerliste sowie die FPÖ. Beide wollen auch bei der Neuordnung bei Schwechat bleiben. Für FP-Obmann Walter Posch hätten zudem die Bürger zuerst gefragt gehört. Dass es im Vorfeld keine Infos gab, stößt auch Bürgerliste und SPÖ sauer auf.

BL-Chef Helmut Syrch: „Es ist enttäuschend, dass die Landespolitik nicht mehr Vertrauen in die Bürger hat.“ Und SP-Obfrau Karin Zboril ergänzt: „Wir haben eine Vorinformation vermisst und mussten es aus den Medien erfahren.“