Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:43

von Andreas Fussi

Letzter Akt für die Körnerhalle. Ausräum- und Abrissarbeiten in der 1960 errichteten Halle sind voll im Gang. Reliefs erfolgreich abmontiert.

 |  NOEN, Herbert Zachs

Jetzt geht alles ganz schnell. Seit über einer Woche wird die Körnerhalle innen ausgeräumt und vom Familienunternehmen Mayer & Co. rückgebaut. Im Inneren werden die Wertstoffe vorab getrennt aufgestapelt. Große Glasluster liegen am Boden, bedeckt mit dicker Staubschicht infolge der Abbrucharbeiten. Im Keller sind noch über 300 Stück Plastiksessel, alle fein nummeriert – falls jemand Interesse habe, könne er sich melden, heißt es.

Es ist fraglich, ob es noch dazu kommen wird. Denn bereits am Mittwoch wurde mit dem Abriss des Gebäudes durch Caterpillar-Bagger begonnen – zuerst wurde nur das Blechvordach weggerissen, ab Donnerstag folgt die vordere Fassade. Bei der Begehung vorige Woche am Donnerstag sprach Abbruch-Unternehmer Hans-Peter Mayer von Hauptarbeiten im Jänner.

Die Steinreliefs links und rechts am Eingang der Körnerhalle wurden indessen wie vereinbart abmontiert und zwischengelagert. Künstler-Legende Karl Martin Sukopp gab genaue Anweisungen, wie die Bauarbeiter vorzugehen hätten, um nichts kaputt zu machen. Dass die Halle abgerissen wird, hinterfragt er: „Die Politiker haben mir das Herz herausgerissen!“

Dass wenigstens seine Kunstwerke erhalten bleiben und im Hof der neuen Wohnhausanlage wieder installiert werden, freut ihn, „auch wenn ich das nicht mehr erleben werde“, wie er befürchtet. „Positiv denken!“, entgegnet Payam Mahjoubian, Geschäftsführer der Familienwohnbau NÖ, die das Wohnbau-Projekt umsetzt. Dass die Reliefs erhalten bleiben, war für ihn immer klar. „Wir haben es versprochen.“

Die NÖN-Community findet es übrigens zu 60 Prozent nicht in Ordnung, dass die Halle abgerissen wird. Nur 30 Prozent sind dafür, 9 Prozent ist es egal.