Maria-Lanzendorf

Erstellt am 03. August 2016, 05:24

von Birgit Samer

30er auf der Straße: „Schade ums Geld“. 30er-Bodenmarkierung ziert sei Kurzem die Leopoldsdorfer Straße. Verkehrsausschuss-Obmann Hermann Raidl ist nicht zufrieden.

Die Sinnhaftigkeit der drei Bodenmarkierungen wird von einigen Seiten bezweifelt.  |  NOEN, Privat

Der steigende Verkehr bleibt Dauer-Thema in Maria Lanzendorf. Seit der Schranken in der Unterführung nach Leopoldsdorf entfernt werden musste, entwickelt sich die Leopoldsdorfer Straße zu einem Brennpunkt (die NÖN berichtete). Seit Kurzem prangen nun drei 30er-Bodenmarkierungen auf der Straße. Raser sollen so gebremst werden.

„Schade um das Geld. Es muss etwas getan werden, das wirksamer ist“, vermisst Hermann Raidl (FPÖ) eine effektive Lösung. Der Obmann des Verkehrsausschusses befürchtet, dass sich die Autofahrer trotz der Bodenmarkierungen nicht an das Tempolimit halten werden. Ein Gespräch mit einem Anrainer habe seine Sorge bestätigt. Raidl führt außerdem eine Verkehrszählung ins Treffen, der zufolge in einer halben Stunde zehn Lkw durch das Ortsgebiet rasen.

Noch im August eine Sitzung

Für Raidl kann es so nicht weitergehen. Einige Leute würden sich bei ihm beklagen, dass es im Ort nicht mehr lebenswert sei. Der FP-Mandatar sieht die Nähe zu Wien als eine der Hauptursachen für den steigenden Verkehr. Eine weitere Verschärfung befürchtet er durch die geplante Niederlassung des Transportunternehmens „Kühne+Nagel“ in Himberg (die NÖN berichtete). Der FP-Gemeinderat will noch im August eine Sitzung des Verkehrsausschusses einberufen. Raidl kann sich außerdem Gespräche mit SP-Bürgermeister Peter Wolf und der Bezirkshauptmannschaft vorstellen.

VP-Gemeinderat Stephan Roth vermutet, dass auch die intensive Diskussion auf der Facebook-Seite „We love Maria Lanzendorf“ zum schnellen Ausschuss-Termin beigetragen hat. Das von der SPÖ organisierte Grätzelfest wegen des steigenden Verkehrs hält der VP-Gemeinderat für „legitim, aber populistisch“. „Der Bürgermeister hätte schon früher mit Fritz Blasnek (Anm. SP-Ortschef von Leopoldsdorf) und der BH sprechen können“, kritisiert Roth.

Raidl betont, dass es sich um ein „riesen Thema, das wir nicht von heute auf morgen ändern können“ handle. Aber: „Wir werden nicht aufgeben“, verspricht er.

Meinungen

„Die Bodenmarkierung dient der besseren Sichtbarkeit.“
Thomas Pokernus, Amtsleiter

„Die Bodenmarkierungen sind aus meiner Sicht unnötig. Ich habe mit den Anrainern gesprochen. Niemand hält sich an die Tempo-Limits.“
Hermann Raidl, FPÖ

„Die Situation in der Wiener Straße ist schon krass.“
Ebendieser

„Im Verkehrsausschuss sollen bessere Lösungen gefunden werden.“
Ebendieser

„Wir müssen etwas tun, damit es für die Menschen hier wieder lebenswert ist.“
Ebendieser

„Die Bodenmarkierung ist zwar fesch, aber wird das Problem auf keinen Fall lösen.“
Stephan Roth, ÖVP

„Der alte Zustand soll wieder hergestellt werden. Früher konnten die Menschen problemlos die Straße überqueren und die Kinder spielen.“
Ebendieser