Erstellt am 23. Januar 2016, 05:43

von Birgit Samer

Roboter für Kanal. Modernste Baumethoden werden bei Sanierung eingesetzt. Kosten konnten um zwei Millionen gesenkt werden.

Bauarbeiten - Symbolfoto  |  NOEN, Erwin Wodicka

Hitzige Debatten zwischen Bürgermeister Peter Wolf und der Opposition gingen dem Megaprojekt Kanalsanierung voraus (die NÖN berichtete). Nun kann der SP-Ortschef einen fertigen Plan präsentieren. „Wir konnten die Ursprungskosten von 3,5 Millionen Euro auf 1,5 Millionen inklusive Ziviltechnikerkosten senken“, berichtet er stolz.

Qualitätseinbußen gehen mit der Kostensenkung nicht einher, betont er. Im Gegenteil. „Wir setzten auf die absolut modernste Baumethode“, erklärt Wolf im NÖN-Gespräch. Konkret sind das Inliner und Roboter (siehe unten). Diese Methoden machen es möglich, dass nur wenige hundert Meter aufgegraben werden müssen. Alle anderen Arbeiten können unterirdisch verrichtet werden. „Man gräbt nur dort auf, wo das alte Kanalrohr aufgemacht werden muss“, erläutert der Ortschef. „Technisch hochgradig spannend“, schwärmt er.

Bürgermeister erwartet raschen Baubeginn

„Diese hochmodernen Geräte kosten viel Geld“, meint Wolf. Der Bürgermeister ist von der Investition dennoch überzeugt. Das Teuerste bei Sanierungen wäre die Aufgrabung. Das Ziel sei daher, die Straßen so wenig wie möglich öffnen zu müssen. Damit brauche man dann auch weniger zu erneuern.
Für die Planung der Kanalsanierung wurde das Wiener Ziviltechnikerbüro „Lengyel“ beauftragt. Laut Wolf „der führende Ziviltechniker für Kanal- und Kläranlagenbau in Österreich“.

Der Bürgermeister erwartet sich einen raschen Baubeginn. Der Ziviltechniker holt gerade Angebote ein. Sobald beschlossen ist, wer den Zuschlag erhält, kann es losgehen. „Jeder, der ein Angebot legt, ist daran interessiert, dass der Auftrag schnell erledigt ist“, ist sich der Ortschef sicher, sodass die Kanalsanierung in absehbarer Zeit über die Bühne geht.

Zum Thema

Die Gemeinde setzt bei der Kanalsanierung auf zwei modernde Methoden:

• Inliner: Das Inliner-Verfahren kann als Rohr im „Rohr“ bezeichnet werden. Der Inliner wird (vor Ort) mit einer Harzmischung imprägniert und mittels Druckluft auf den zu sanierenden Kanalabschnitt gestülpt. Die Harzmischung härtet innerhalb weniger Stunden und verhindert damit jegliches Eindringen von Feuchtigkeit oder Wasser.

• Roboter: Eine präzise Art der Sanierung, welche Leitungen, Kanäle und Rohre innen grabungsfrei und ferngesteuert saniert. Der Roboter ist mit einer Kamera und speziellen Werkzeugen ausgestattet und wird mittels Computereinsatz gesteuert. Er vermisst präzise, wo die Hausanschlüsse sind.