Erstellt am 27. April 2016, 05:14

von Birgit Samer

Römerland Carnuntum: Kein Konsens in Beitritt-Diskussion. Stephan Roth (ÖVP) wünscht sich konkrete Gespräche mit der Gemeinde Lanzendorf. Ortschef Peter Wolf winkt ab.

SP-Ortschef Peter Wolf sieht derzeit keine Notwendigkeit für konkrete Projektgespräche mit Lanzendorf (Foto links). Christoph Lampert beklagt zu spätes Nachdenken über Projekte und mangelnde Information (Foto rechts).  |  NOEN, Wolf/privat

Im Zuge der letzten Gemeinderatssitzung lehnte Lanzendorf einen Beitritt zur LEADER-Region mehrheitlich ab (die NÖN berichtete). Ein Beschluss mit weitreichenden Folgen – auch für Maria Lanzendorf, dem somit ebenfalls der Beitritt versagt ist, da die Region ein geschlossenes Gebiet bilden muss.

Eine Tatsache, die Stephan Roth nicht so einfach im Raum stehen lassen will. Der VP-Gemeinderat wünscht sich Gespräche mit der Gemeinde Lanzendorf, um über gemeinsame Projekte zu diskutieren. So könne ein Beitritt eventuell auch für Lanzendorf sinnvoll erscheinen. Denn ohne konkrete Projekte sei die Mitgliedschaft eine Geldverschwendung für die Gemeinde, meint auch Roth.

In der letzten Sitzung des Gemeindevorstands habe man daher beschlossen, das Gespräch mit Lanzendorf zu suchen. Ortschef Peter Wolf (SP) habe sich dazu bereit erklärt, weiß der VP-Mandatar. Auch über einzelne Jugendprojekte habe man gesprochen. Ein betreuter Jugendclub gemeinsam mit Lanzendorf ist etwa eine konkrete Idee. „Die Grundschule und die Neue Mittelschule sind eine gemeinsame Oberfläche, wo sich die Jugendlichen treffen“, sieht Roth Potenzial für Kooperationen zwischen den Gemeinden.

Einzelne gemeinsame Projekte denkbar

SP-Bürgermeister Peter Wolf sieht seine Aufgabe anders. Man habe beschlossen, dass man mit der Gemeinde Lanzendorf weiter im Gespräch bleibe. Unterhaltungen über konkrete Projekte seien allerdings nicht geplant. Gemeindeübergreifende Projekte sind für Wolf derzeit ohnehin kein Thema. Wenn dann wären einzelne gemeinsame Projekte denkbar. Bei Jugendprojekten gebe es ohnehin bereits eine Kooperation, so der Ortschef. Diese würden bereits über die Schulgemeinde gefördert werden, der beide Gemeinden angehören.

Grünen-Obmann Christoph Lampert sieht Versäumnisse in der Planung. „Die LEADER-Förderungen würden beim Vorliegen innovativer Ideen einen lukrativen Förderrahmen bilden“, betont er. Allerdings hätte man mit der Gemeinde Lanzendorf schon früher in Kontakt treten müssen, um über geeignete Projekte zu sprechen. Davon will Roth nichts wissen. „Momentan ist Christoph Lampert ein bisschen angriffslustig.

Vielleicht will er ein Profil entwickeln“, tut er den Angriff des Grünen-Mandatars ab. Lampert sei nicht im Gemeindevorstand und habe daher nicht genug Informationen. Das ist für Lampert wiederum ein Beweis für die mangelnde Kommunikation. Der Gemeindevorstand hätte die Informationen auch den anderen Gemeinderäten weitergeben müssen.