Erstellt am 18. September 2015, 10:05

von Andreas Fussi und Stefan Obernberger

Multiversum wieder geräumt. Das Multiversum wurde geräumt. Derzeit werden keine Flüchtlinge mehr versorgt, das teilte Mittwochabend das Rote Kreuz mit.

Helfer vom Roten Kreuz und Team Österreich vor der leeren Halle. Blasen an den Füßen, Darmbeschwerden, Erkältungen, Schwangere - Sanitäter und Ärzte hatten alle Hände voll zu tun.  |  NOEN, Hanakampf
Seitens der Rotkreuzhelfer bleibe man dennoch auf Bereitschaft, um im Falle eines neulichen Flüchtlingseinsatzes in der „Halle für alle“ rasch wieder zur Stelle zu sein.
 

NÖN.at hatte zuvor laufend berichtet:

Multiversum weiter als Flüchtlingshalle nötig

Multiversum bleibt Durchgangsstation für Personen auf der Flucht. Insgesamt waren es in den ersten 3 Tagen über 1.000 Personen.

Auch in der Nacht auf Sonntag waren Dutzende freiwillige Helfer im Einsatz und versorgten rund 530 Menschen. Unter den Ehrenamtlichen auch Ärztinnen, Krankenschwestern, Mitarbeiter der Pfarre, Gemeindemandatare und viele andere. Vorwiegend galt es die Menschen mit Essen und Trinken zu versorgen, medizinische und psychosoziale Betreuung, Bereitstellung von Duschen, Kleiderausgabe. Am nächsten Tag ging es weiter – in Zügen oder mit Bussen.

„Menschen in Not muss man helfen! Am Besten funktioniert das, wenn alle gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen zusammenarbeiten. In Schwechat klappt das in diesem Fall hervorragend. Hilfsorganisationen, etwa der Katastrophenzug des Roten Kreuzes, Feuerwehren, Polizei, Mitarbeiter der Stadtgemeinde und die zahlreichen Freiwilligen der Schwechater Zivilgesellschaft wirken zusammen“, sagt Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne). Seit Donnerstag waren über 1.000 Personen als Durchreisende zu Gast im Schwechater Multiversum.

Aufrufe zu Sachspenden haben sehr gut geklappt

Bei Bedarf wurden sie auch mit der nötigsten Kleidung versorgt, die von vielen hilfsbereiten Menschen innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung gestellt worden war. Aufrufe zu gezielten Sachspenden haben sehr gut geklappt. So waren beispielsweise nach der Information, dass Handtücher benötigt werden, innerhalb von zwei Stunden 80 Stück beisammen, sagt Krenn.

Auch SPÖ-Bürgermeisterin Karin Baier, die selbst täglich Stunden lang im Einsatz war, bedankt sich bei den vielen freiwilligen Helfern. Eigentlich hatte sie eine Anfrage für Sonntagnacht abgelehnt, um einen ungestörten Betrieb in Schwechat während der Woche zu gewährleisten, aber aufgrund der dramatischen Lage durch die Sperre der deutschen Grenze, wurden Montag um sechs Uhr Früh die nächsten Flüchtlinge untergebracht. Wie lange die Menschen diesmal die Halle als Notunterkunft benötigen, steht nicht fest. Baier hat dem Innenministerium klar gestellt, dass das Multiversum als dauerhafte Unterbringungsstätte nicht geeignet sei.