Erstellt am 02. Dezember 2015, 03:13

von Andreas Fussi

Neue Idee für Multiversum: Bund soll Kauf der Halle prüfen. ÖVP-Nationalrat Schmuckenschlager hofft, dass Multiversum wegen Bedeutung als Sportstätte in Bundeshoheit genommen wird.

Das Multiversum bleibt Thema Nummer Eins in Schwechat.  |  NOEN, Foto: Fussi

Hohe Wellen hat die Ankündigung der Stadtführung geschlagen, das Multiversum Schwechat verkaufen zu wollen. Sogar in den Nationalrat haben es die Verkaufsabsichten geschafft. ÖVP-Nationalratsabgeordneter Johannes Schmuckenschlager schlug in der Debatte um Sportförderung vor, dass der Bund die Halle kaufen solle.

Konkret sagte er: „Ich bitte eindringlichst, über die Bundesimmobiliengesellschaft zu prüfen, ob wir das nicht in Bundeshoheit nehmen könnten, denn Bundesgeld steckt über die verschiedensten Förderkanäle – die auch schon Gegenstand der Staatsanwaltschaft waren oder sind – letztendlich drin. Wir müssen diese Sportstätte wieder für den Sport aktivieren!“ Hintergrund für seine Wortmeldung sind „erhebliche Defizite“ bei den Sportstätten, vor allem für den Hallensport.

Die Meldung über die Verkaufsabsichten ist auch von den Verantwortlichen des Tanzsportes mit Besorgnis aufgenommen worden, nach der erfolgreich durchgeführten Tanz-WM. Denn die Gespräche von Ex-VP-Stadtparteichef Ernst Viehberger, der die Veranstaltung mit der Tanzschule Schwechat ins Multiversum geholt hat, mit dem Chef des Österreichischen Tanzsportverbandes und dem Präsidenten des Weltverbandes hätten ergeben, „dass das Multiversum mit der WSA und der Eventhalle die idealen Voraussetzungen auch für einen zukünftigen Verbleib des Tanzsports in Schwechat“ biete.

Keine Überraschung für Mitarbeiter

Grundsätzlich vertrete Viehberger weiterhin die Ansicht, „dass für das Multiversum eine vernünftige und für die Stadt leistbare Fortführungsperspektive gefunden werden muss.“ Durch publikumsträchtige Veranstaltungen könne die Stadt reputationsmäßig und auch wirtschaftlich nur profitieren.

Bei den Mitarbeitern im Multiversum ist die Ankündigung, dass die Halle verkauft werden soll, auf keine Überraschung gestoßen. Man nehme es, wie es komme, heißt es. Und: „Wir machen das nicht für die Stadt oder sonst wen – wir glauben noch immer, dass die Halle etwas Besonderes ist und wir dazu beitragen können, dass die Veranstalter gerne zu uns kommen und wir mehr große Veranstaltungen verdient haben.“ Allerdings würde sich durch die Negativmeldungen kaum jemand mehr trauen, Termine zu buchen – ein Teufelskreis.

Der Verkaufsplan der Stadt habe zu vermehrten Anfragen geführt, bestätigt SP-Bürgermeisterin Karin Baier. Alle seriös wirkenden Kaufanfragen werden gesammelt und von der künftigen Geschäftsführerin bewertet. Diese wird kommende Woche im Rahmen einer Generalversammlung des Multiversums bestellt. Die Stadtgemeinde würde sich als Eigentümerin der Halle wünschen, dass ihre Nutzung als Veranstaltungsort auch nach dem Verkauf bleibt. Denn so Baier: „Wir haben wahrscheinlich die modernste Eventhalle in Österreich.“

Mehrheit glaubt, dass Halle unverkäuflich ist

Ob das Multiversum überhaupt verkäuflich ist, wollte die NÖN in der Online-Umfrage wissen. 67 Prozent der abgegebenen Votings beantworteten die Frage mit Nein. Nur 33 Prozent glauben, dass die Halle tatsächlich verkäuflich ist.

Mehr zum Thema: