Erstellt am 16. Oktober 2015, 06:02

von Benjamin Mühlbacher

Neue Krabbelstube
direkt neben Bahnhof.
Kommt jetzt Erleichterung? / Befürworter sehen pendelnde Eltern im Vorteil, Gegner kritisieren allerdings die dezentrale Lage. GRAMATNEUSIEDL / Der Gramater Gemeinderat hat unlängst einen Grundsatzbeschluss gefasst: Eine neue Krabbelstube wird Realität.

 |  NOEN, APA (Symbolbild)

Der Gramater Gemeinderat hat unlängst einen Grundsatzbeschluss gefasst: Eine neue Krabbelstube wird Realität. Errichtet soll sie in einem Haus, angrenzend an den Gramatneusiedler Bahnhof, werden. Das Gebäude wird den Bedürfnissen angepasst und dann von der Gemeinde angemietet. Die Ansprüche an die Krabbelstube würden immer höher, heißt es aus Kreisen der Gemeinde, die alte Einrichtung, die im ersten Stock eines Wohnhauses untergebracht ist und daher auch über keinen eigenen Garten verfügt, erfülle diese schon lange nicht mehr. Rund 190.000 Euro für das gesamte Projekt sind beschlossene Sache, 110.000 Euro davon kommen vom Land Niederösterreich.

Durchwegs positiv fiel die Reaktion der politischen Parteien in Gramatneusiedl aus, nur für ÖVP-Chef Patrick Rosner fehlte die Diskussionsbereitschaft: „Es ging alles viel zu schnell, wir wurden wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagte Rosner gegenüber der NÖN. Wenn man die beschlossene Summe in die Hand nehme, so Rosner weiter, könne man auch an andere Gebäude neu anbauen, so der VP-Chef und schlägt die neu errichtete Volksschule oder die Kindergärten vor. Dann wäre auch alles viel zentraler gelegen.

Das Land fördert mit 110.000 Euro. Das ist fix.
Die Gemeinde muss nur rund 80.000 Euro übernehmen.
Erika Sikora SP-Bürgermeisterin

Ein Vorschlag, den SP-Ortschefin Erika Sikora als nicht umsetzbar ansieht: „Wir wollten ja beim Kindergarten gleich dazubauen, das wurde aber vom Land abgelehnt. Die 110.000 Euro vom Land sind fix, wir haben uns die Pläne im Vorfeld absegnen lassen. Für die Gemeinde bleiben rund 80.000 Euro über. Jetzt dazubauen kostet wesentlich mehr. Hier kamen Schätzungen auf etwa 320.000 Euro. Ich sehe außerdem nichts Negatives am neuen Standort, vor allem für Eltern, die mit dem Zug zur Arbeit fahren. Sie können ihre Kinder direkt in die Krabbelstube bringen und sie am Heimweg wieder abholen.“

Positiv äußerte sich auch FP-Vizebürgermeister Markus Vetter: „Auf die Dauer ist das keine schlechte Lösung, da sich die Mütter ein ebenerdiges Objekt mit Garten wünschen. Außerdem ist die Miete günstig.“

Auch Erich Auer, Chef der Liste Gramat voran sieht das neue Objekt positiv: „Wir sind froh, dass endlich ein Haus gefunden wurde, das leicht zu erreichen ist und eine Wiese hat.“ Auch er empfindet die Lage des Hauses am Bahnhof als Erleichterung für Eltern, die mit dem Zug zur Arbeit fahren.

Hier sieht Grünen-Chef Sebastian Schirl-Winkelmaier einen Kritikpunkt: „Die Parksituation ist zu bedenken“, so Schirl-Winkelmaier, der die Lösung grundsätzlich begrüßt, gegenüber der NÖN. „In der Früh ist Rush Hour am Bahnhof. Hier müssen ordentliche Haltemöglichkeiten für die Eltern und ein sicherer Weg zur Krabbelstube geschaffen werden. Beides ist für den Grünen momentan nicht gegeben.