Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:38

von Benjamin Mühlbacher

Pfarrer Malel nach Kenia zurückberufen. Schritt ist nicht unüblich, sagt die Erzdiözese Wien, Fischamend will beliebten Pfarrer mit Unterschriftenliste halten.

Pfarrer David Malels Mission in Fischamend soll Ende August vorbei sein.  |  NOEN, zvg

Es schwebte wie ein Damoklesschwert über der Stadt, jetzt scheint es bittere Realität zu werden. Pfarrer David Malel, der die katholische Pfarre in Fischamend leitet, wird voraussichtlich Ende August zurück in seine Heimat Kenia berufen. „Wir finden das endlos schade, dass ein so herzensguter Mensch der weit über die Grenzen der Kirche hinaus akzeptiert wird und bestens organisiert ist, abberufen wird“, sagte „Gemeinsam für Fischamend“-Bürgermeister Thomas Ram in einer ersten Stellungnahme.

Der Rückruf von Malel in seine keniatische Heimat kam für die Stadt aber nicht aus heiterem Himmel. Malel sei nach Österreich gekommen um hier sein Studium zu beenden, sagte Michael Prüller, Pressesprecher der Erzdiözese Wien, gegenüber der NÖN. „Er schließt in diesem Studienjahr seine Ausbildung bei uns ab und dann ist es üblich, dass die Pfarrer in ihre Heimat zurückkehren“, so Prüller. Die Amtszeit von David Malel in Österreich sei ohnehin bereits zweimal verlängert worden.


Ich bin sehr traurig über die Entwicklung,
weil ich gerne geblieben wäre David Malel,
Fischamender Pfarrer


Nichtsdestotrotz will sich Fischamend nicht so schnell geschlagen geben. Gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat hat Bürgermeister Ram jetzt eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, mit der der Verbleib von Pfarrer Malel erreicht werden soll. Unterzeichnen kann man die Liste am Stadtamt, die Unterschriften werden dann gesammelt übergeben. „Jetzt kann das Volk ein Zeichen setzen, wir hoffen, dass sich Kardinal Schönborn im Sinne der Gläubigen dafür einsetzt, dass David Malel Pfarrer in Fischamend bleiben kann.

Ein Plan, dem Michael Prüller nur wenig Chancen einräumt: „Wir haben in diesem Fall kein Mitspracherecht. Die Abberufung kam vom Keniatischen Bischof selbst. Wenn die Unterschriftenliste direkt an ihn geschickt wird, besteht vielleicht eine kleine Hoffnung.“