Erstellt am 31. März 2016, 05:14

von Otto Havelka

Plastik-Müllberg in Fischa entdeckt. Umgestürzte Bäume verursachen "angeschwemmte Deponien“ in der Fischa. Für Säuberungen fehlen Bewilligungen.

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Noch am Montagvormittag schüttelte der Obmann des Fischa-Piesting-Erhaltungsverbandes und SP-Bürgermeister in Ebergassing, Roman Stachelberger, ungläubig den Kopf. Ein Spaziergänger alarmierte Bezirks- und Gemeindebehörden, weil er in der Fischa zwischen Ebergassing und Schwadorf einen Berg von „hunderten wenn nicht tausenden leeren Plastikflaschen“ entdeckt habe.

Wenig überrascht war hingegen Markus Gundacker, stellvertretender Bezirkshauptmann für Wien-Umgebung. „Durch die niedrige Fließgeschwindigkeit, kommt es in den Fischa-Schlingen oft zu Verklausungen. Zu dieser konkreten könne er aber nichts sagen, das sei Sache des Erhaltungsverbandes. Gleichzeitig beruhigt er: „Die Plastikflaschen sind nicht schädlich, es ist eher eine optische Sache.“

„Hier sieht es aus wie nach einem Bombenangriff“

In diesem Fall aber eine besonders Schwerwiegende, wie Stachelberger nach einem spontanen Lokalaugenschein mit dem Beschwerdeführer gegenüber der NÖN zugeben muss. „Hier sieht es aus wie nach einem Bombenangriff“,berichtete Stachelberger kopfschüttelnd. Dieses Mal aber vor Entsetzen. Zwischen morschen und umgestürzten Bäumen im Flussbett habe sich ein gigantischer Berg von Plastikflaschen gefangen – und Stachelberger sieht keine Chance, die angeschwemmte Deponie in Kürze zu räumen.

Das Problem ist vielschichtig: Um an den Mist zu kommen, müssten die Verklausungen entfernt werden. Der Zugang sei aber nur über Privatgrund vom Margarethner Gemeindegebiet möglich. Dazu müsste eine Schneise geschlagen werden, wofür die Grundstückseigentümer ihr Einverständnis geben müssten. Und grundsätzlich muss die Behörde überhaupt erst einmal die Säuberungsmaßnahmen genehmigen. Unklar ist allerdings, welche Behörde.

Welche Bezirkshauptmannschaft ist zuständig ?

Da die Fischa (noch bis Jahresende) die Bezirksgrenze zwischen Wien-Umgebung und Bruck bildet, muss erst geklärt werden, welche Bezirkshauptmannschaft sich für zuständig erklärt. Stachelberger hat sich vorerst an die BH Wien-Umgebung gewandt. Diese wird sich nun mit der BH Bruck in Verbindung setzen. Erklären sich beide für unzuständig, fasst die Abteilung Wasserbau des Landes den Schwarzen Peter aus.

Dort kennt man das Problem. Erst vor zwei Wochen gab es eine Besichtigung der berüchtigten „Teizer Schlinge“. In dieser S-Kurve des Fischa-Flussbetts bei Wienerherberg sorgen seit Jahren Verklausungen immer wieder für aufgestautes Wasser und Müllanschwemmungen. Der nun entdeckte Müllberg befindet sich rund 200 Meter weiter flussabwärts.

Um diese Verklausungen entfernen zu können, fordert der Erhaltungsverband schon lange die Bewilligung für einen Begleitweg zur Fischa, um besser zu den neuralgischen Stellen zu kommen. Die Chancen dafür sind laut Norbert Knopf, Leiter der Abteilung Wasserbau der NÖ Landesregierung, eher schlecht. Handelt es sich doch um ein „Natura 2000“-Gebiet. „Da muss man schon gute Gründe haben“, so Knopf. Etwa dass „Gefahr für Mensch und Häuser“ besteht.