Erstellt am 10. Februar 2016, 05:58

von Daniel Maier

Polit-Zwist um die Schwechater Jugend. Culinarium-Gastronomen sehen sich von Jugendlichen gestört. Gespräche mit Erfolg, FP sieht sich übergangen.

Schwechats Jugend trifft sich immer häufiger im Culinarium.  |  NOEN, NÖN

Kein Platz für die Jugend? Nach Beschwerden der vier Culinarium-Gastronomen über Jugendliche, die mangels geeigneter Räumlichkeiten den Durchgangsbereich des Kulinarikzentrum bevölkern, fand ein Gespräch mit den Betroffenen, Vertretern der Stadt, Polizei, Wirtschaftskammer und den Jugendbetreuern statt.

Die Unternehmer stoßen sich vor allem daran, dass die Jugendlichen laut sind und ihren Mist auf den Tischen liegen lassen. Diesen hätten dann die Gastronomen wegzuräumen und das könne es nicht sein. Allerdings betonen sie auch zeitgleich, dass es noch zu keinen ernsten Zwischenfällen gekommen ist, man verweise einen auffälligen Jugendlichen halt hie und da aus dem Culinarium.

Die Situation im Stadtzentrum ist für die FPÖ jedoch ein Produkt langer Verfehlungen in der Jugendbetreuung. Es sei wichtig, für Jugendliche Raum zu schaffen, gerade im Winter, meint FP-Fraktionssprecher Wolfgang Zistler. Darüber hinaus mokiert er sich, dass die Freiheitlichen als einzige Partei nicht zu den Gesprächen eingeladen waren.

Jugendstadträtin vermeldet erste Erfolge

Die Stadtregierung bemüht sich indes zu betonen, dass das Gespräch nicht politisch besetzt, sondern lediglich von Interessensvertretern geführt worden sei, die nun einmal auch einer Partei angehören können. Jugendstadträtin Ljiljana Markovic (Grüne) unterstreicht die Bedeutung des Themas und vermeldet erste Erfolge: „Es wird beaufsichtigte Jugend-Treffpunkte geben – und zwar an verschiedenen Orten, bzw. in verschiedenen Räumlichkeiten.“

Darauf pochen auch SP-nahen Jugendvertreter Michael Gogola (SJ) und Marco Luksch (JG): „Jugendliche brauchen Möglichkeiten, ihre Freizeit selbstbestimmt und ohne Konsumzwang zu gestalten, etwa durch selbstverwaltete Jugendzentren.“
 

„Es braucht jetzt Zeit, bis sich die Arbeit der Jugendbetreuer einspielt. Mir tun die Gastronomen leid, aber ich sehe jetzt nicht das große Problem“, zieht Lukas Szikora (VP) ein Fazit. Ähnlich sieht das auch NEOS-Chef Michael Sicha: „Das Culinarium ist Privatbesitz, also ist die Sache kein vorrangig politisches Problem.“ Er sieht aber Eltern wie Streetworker in der Verantwortung.

Jugendarbeiter Thomas Tatosa, der seit November im Auftrag der Gemeinde unterwegs ist, verweist auf einen Zeitplan, der eine Konzeptpräsentation im Juni vorsieht: „Wir stehen mit den Jugendlichen in engem Kontakt, wir versuchen, alternative Standorte zu finden.“