Erstellt am 16. Dezember 2015, 05:28

von Stefan Obernberger

Verstecken nützte nichts. Polizei fasste zwei Einbrecher auf frischer Tat bei Baustelle beim Wallhofturm. Polizeihubschrauber kreiste eine Stunde herum – viele Schaulustige. Täter leugnen Tat.

Der Wagen der mutmaßlichen Einbrecher.  |  NOEN, privat

Zwei Kriminelle konnten Samstagabend auf frischer Tat ertappt werden und sitzen nun in Untersuchungshaft. Der Festnahme war ein spektakulärer Polizei-Einsatz vorangegangen, an dem rund zehn Streifenwägen, zwei Polizeihundestaffeln und ein Hubschrauber beteiligt waren.

Ins Rollen gebracht hatte alles eine Meldung eines Polizisten, der gerade privat unterwegs war und dem in der Wallhofgasse ein Auto mit ausländischem Kennzeichen verdächtig vorkam. Schauplatz war die Baustelle neben dem Wallhofturm, wo seit August 29 Wohnungen errichtet werden.

x  |  NOEN, privat

Während der Lenker im Auto saß, fehlte von möglichen Mittätern anfänglich jede Spur. Man vermutete, dass sie sich auf dem Baustellengelände aufhielten. Verstärkung (auch aus der Luft) wurde nachgefordert, das Gelände umstellt. Und man wurde schließlich fündig. Am Dachboden eines alten, angrenzenden Gebäudes hatte sich ein weiterer Mann versteckt. Auch er konnte festgenommen werden. Bewaffnet waren die zwei 25-jährigen Rumänen laut Polizei nicht, sie ließen sich widerstandlos festnehmen.

Ob ein Dritter an der Tat beteiligt war, ist Gegenstand der Ermittlungen. Insgesamt hat der Einsatz mehr als eine Stunde lang gedauert. Durch das Kreisen des Hubschraubers wurden viele Anrainer auf den Vorfall aufmerksam.

„Die beiden Beschuldigten zeigten sich während unserer Einvernahme nicht geständig und bestritten vehement jeglichen kriminellen Zusammenhang“, so Chefermittler Manfred Vaverka zur NÖN. So soll der Lenker des Pkw angegeben haben, rein zufällig vor der Baustelle gewesen zu sein und lediglich essen gewollt zu haben. 

Duo will zufällig am Tatort gewesen sein

Der andere Verdächtige beteuerte mehrmals seine Unschuld und verwies auf eine Verkettung zufälliger Gegebenheiten. Demnach hätte er nur austreten wollen und deswegen das Areal der Baustelle betreten. Als er plötzlich den Hubschrauber kreisen gehört hatte, bekam er Panik und rannte aus Angst auf den Dachboden eines angrenzenden Gebäudes und versteckte sich dort, ehe er von Kripo-Beamten schließlich entdeckt wurde.

Was beide jedoch nicht erklären konnten, ist die Tatsache, dass die Blechtüre eines Baucontainers mit einer Flex aufgeschnitten und bereits diverse Geräte – darunter Heizungskanonen, Baustellenstrahler und ein Flämmgerät – zusammengestellt worden waen. Auch für das im Auto sichergestellte Einbruchswerkzeug hatten beide Männer vorerst keine plausible Erklärung. Die Ermittlungen durch den Schwechater Kriminaldienst laufen auf Hochtouren. Die Auswertung der Spuren hat das Bundeskriminalamt übernommen. „Jetzt gilt es, so viele Beweise wie nur möglich zu sammeln und die Spuren genauestens zu untersuchen“, so Vaverka.