Erstellt am 03. Juni 2016, 05:05

von Josef Rittler

Seeadler: Besserer Schutz durch Sender. WWF und Nationalpark Donau-Auen haben fünf Jungvögel für europaweites Schutzprojekt mit Funksendern ausgerüstet.

Dem aus dem Horst genommenen Jungvogel wird behutsam ein Sender umgeschnallt.  |  NOEN, Christian Baumgartner

Fünf junge Seeadler wurden im Zuge des Schutzprogramms für den österreichischen Wappenvogel mit speziellen Sendern ausgestattet. Neben vier Jungvögeln in den Donau-Auen – erstmals auch im Wiener Anteil des Nationalparks Donau-Auen – wurde auch in den March-Auen ein Jungvogel besendert. Zum Anbringen der Sender heben Kletterer die Nestlinge vorsichtig aus dem mächtigen Horst in luftiger Höhe und seilen sie ab.

Am Boden wird ihnen dann der 30 Gramm leichte Sender auf den Rücken geschnallt. Anschließend werden die Vögel vermessen und gewogen und wieder in den Horst gesetzt. Die Sender sind mit einer Sollbruchstelle versehen und lösen sich in etwa zwei bis drei Jahren wieder ab. Bepackt mit dem Signal-„Rucksack“ werden die fast ausgewachsenen, aber noch nicht flüggen Vögel erst in den nächsten Wochen ihre Horste verlassen.

Sender bringen wertvolle Daten

Im Nationalpark brüten jährlich fünf Seeadler-Paare, eines davon in der Lobau. Es könnten allerdings einige mehr sein. „Die größte Hürde für die langfristige Rückkehr des Seeadlers an unsere Flüsse und Auen ist die illegale Verfolgung. Leider vergeht kein Jahr, in dem nicht erschossene oder vergiftete Seeadler gefunden werden. Mit Hilfe der Funksignale können wir feststellen, wo die Adler umherstreifen, rasten und überwintern und somit passende Maßnahmen für ihren Schutz treffen“, erklärt Projektleiter Christian Pichler vom WWF.

So könnten die Daten etwa bei der Planung von Windkraftanlagen helfen, um zu vermeiden, dass Seeadler zu Schaden kommen. „Dass majestätische Tiere wie der Seeadler wieder in unsere Landschaft Einzug halten, ist eine Auszeichnung für unser einzigartiges Naturland Niederösterreich. Durch die Sender erhalten wir wertvolle Daten, um die Tiere besser kennenzulernen und zu schützen“, ist auch Naturschutz-Landesrat Stephan Pernkopf (VP) überzeugt.