Götzendorf an der Leitha , Lanzendorf

Erstellt am 30. August 2017, 04:30

von Gerald Burggraf und Ines Garherr

Zwei Raika-Filialen werden geschlossen. Raiffeisenbank Region Schwechat zieht Mitarbeiter in größere Niederlassungen in Gramatneusiedl und Himberg ab.

In Götzendorf (im Bild) hat die Raiffeisenbank rund 1.100 Kunden, in Maria Lanzendorf circa 1.700.  |  NOEN, Garherr

Die Raiffeisenbank-Filialen in Götzendorf und Maria Lanzendorf sollen am 6. Oktober geschlossen werden – das bestätigt die Raiffeisenbank Region Schwechat (RBRS). Die Mitarbeiter werden ihre Kunden von Gramatneusiedl beziehungsweise von Himberg aus betreuen.

In Götzendorf ist man über die baldige Schließung verärgert. VP-Bürgermeister Kurt Wimmer sieht den Vorgang „mit großer Sorge“ und hat eine Unterschriftenliste dagegen gestartet, die er den Verantwortlichen vorlegen will. Noch bis 10. September können Bürger unterschreiben. SP-Gemeinderat Thomas Ackerl wendet sich ebenfalls gegen die Entscheidung der RBRS. „Die Bank sollte die Ergebnisse der Filialen offenlegen.“ Die nächste zu Schwechat gehörende Raiffeisenbank liegt in Gramatneusiedl, die Filiale in Mannersdorf gehört zur Brucker Raiffeisenbank.

Vor allem betroffen fühlen sich die Pensionisten: „Dagegen muss schärfstens protestiert werden“, ist Peter Fuchsbichler, Obmann des Pensionistenverbandes Götzendorf verärgert, „das ist nicht im Sinne der älteren Leute.“ Diese müssten nun ihre Kinder fragen, ob sie sie zur nächsten Bank bringen.

Bürgermeister zeigt sich kämpferisch

Auch in Maria Lanzendorf ist man ob der Ankündigung nicht glücklich. Bürgermeister Peter Wolf (SP) gibt sich aber kämpferisch: „Wir werden auf jeden Fall versuchen, die Filiale zu halten, und mit der Raiffeisenbank das Gespräch suchen.“

Auf NÖN-Anfrage begründet RBRS-Geschäftsleiter Hans Sykora die Entscheidung mit dem geänderten Kundenverhalten. „Heute wird viel über das Internet abgewickelt, Beratung ist dennoch unser oberstes Gut. Das wollen wir mit Kompetenzzentren garantieren.“ Durch die Bündelung der Betreuungskapazitäten erreiche man „mehr Zeit für die wichtigen Beratungsgespräche mit unseren Kunden“, so Sykora. Zudem nehme die Frequenz in kleineren Bankstellen ab.

Mit den Filialen werden auch die Bankomaten verschwinden. Die RBRS zeigt sich aber den Gemeinden gegenüber offen für Gespräche, um einen anderen Standort zu finden.

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