Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:07

Regionalbusverkehr wird neu geregelt. Verkehrsverbund Ost-Region / Neue Linienbezeichnungen, veränderte Routen und optimierte Umsteigezeiten. Es gibt aber auch Kritik. REGION SCHWECHAT / Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) nimmt derzeit die Neuordnung des öffentlichen Regionalbusverkehres

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Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) nimmt derzeit die Neuordnung des öffentlichen Regionalbusverkehres in der Region Römerland Carnuntum zwischen Ebreichdorf, Schwechat, Bruck an der Leitha und Hainburg vor.

Im Rahmen der Ausschreibung werden die Regionalbusfahrpläne besser auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmt, Linienführungen überarbeitet, Linien neu bezeichnet und mit den VORRegio Bussen moderne Regionalbusse in einheitlichem Design des Verkehrsverbund Ost-Region eingesetzt. Besonderer Wert wurde bei der Verkehrsplanung auf die Bedürfnisse der Schüler und Berufspendler gelegt. Geplanter Betriebsstart ist der Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015. Vertreter von Gemeinden, Schulen und Fahrgäste wurden in den Planungen eingebunden.

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Haltestellennamen sollen sich ändern

Neu sind die Linien 221 und 222 Münchendorf/Ebreichsdorf – Gramatneusiedl – Schwadorf – Kleinneusiedl – Enzersdorf – Fischamend – Flughafen. Dadurch sollen verbesserte Anbindungen nach Mödling bestehen. Verbesserungen bringt auch die Regionalbuslinie 273, die das Gewerbegebiet Neusiedl am See sowie das Outlet Center in Parndorf von Montag bis Freitag bedient.

Ändern sollen sich auch Haltestellennamen, eine systematische Benennung mit einer dreistelligen Kombination (beginnend mit 2xx, ausgenommen die Linie 171) wird eingeführt. Insgesamt sind 17 Buslinien, 320 Haltestellen und eine Jahresleistung von rund 3,3 Millionen gefahrenen Buskilometern betroffen.

„Licht und Schatten“ in den Änderungen sieht SP-Bezirkschef Gerhard Razborcan: „In den neuen Fahrplänen der Regionalbuslinien des VOR wurden einige Neuerungen im Bereich des öffentlichen Verkehrs umgesetzt, die das Leben für Pendler deutlich erleichtern“, so sein positives Fazit. Auch der Maria Lanzendorfer Umweltgemeinderat Christoph Lampert (Grüne) ist prinzipiell zufrieden: „Erfreulich ist, dass nun weitgehend ein Taktfahrplan eingeführt werden wird.“ Beide üben aber auch Kritik.

Info: http://www.vor.at/efa/anachb-vor-mobile-app/

Reaktionen

„Neben den wichtigen und erfreulichen Anpassungen des Fahrplans gibt es leider auch eine Schattenseite. Anstatt die Fahrzeiten der Buslinien 226 und 227, die von Wien über Leopoldsdorf Richtung Himberg und weiter unterwegs sind, auszubauen um den Jugendlichen eine kostengünstige Heimfahrt nach dem Fortgehen zu ermöglichen, wurden diese verkürzt und fahren unter der Woche nur noch bis 22 Uhr, Samstag nur noch bis 21 Uhr und Sonntag sogar nur bis 19 Uhr von Wien ab, bisher sind diese Busse täglich bis 23.30 Uhr gefahren.
Mit diesen Zeiten ist es nicht möglich nach einem Kino- oder Theaterbesuch oder einfach einem gemütlichen Tagesausflug in Wien noch mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen. Hier ist unbedingt noch eine Nachbesserung notwendig.“
SPÖ-Bezirksvorsitzender LAbg. Gerhard Razborcan.

„Leider werden die Busverbindungen am späteren Abend gestrichen. Montag bis Freitag fährt der letzte Bus ab Reumannplatz um 22:03 Uhr; bisher gab es noch Busse um 22.48 Uhr sowie um 23.33 Uhr. Am Samstag fahren die Busse um 21.33, 22.33 und 23.33 Uhr nicht mehr. Am Sonntag entfallen gar vier bisherige Busse.
Diese Streichungen in diesem Ausmaß sind für mich nicht akzeptabel. Die bedeutet, dass man in Wien praktisch abends nicht mehr weggehen kann, wenn man mit dem Bus zurückfahren will.
Es sollte als Minimalvariante zumindest einen „Spätbus“ geben, circa um 23.30 Uhr. Kundenbedürfnisse sollen primär beachtet werden und dann sollte man versuchen, daraus einen sinnvollen Takt zu entwickeln. Ich war entsetzt, aber nicht sprachlos und habe meine Meinung zu dieser Streichung auch deutlich vermittelt. Wir haben nun zwei Wochen Zeit, eine Stellungnahme abzugeben, die wir mit dem zuständigen Ausschuss und dem Bürgermeister vorbereiten werden.“
Der Grüne Umweltgemeinderat Christoph Lampert aus Maria Lanzendorf.