Bruck an der Leitha , Schwechat

Erstellt am 19. August 2016, 03:52

von Susanne Müller und Gerald Burggraf

Wieder mehr Notärzte im Einsatz. Kurzfristige Ausfälle kommen vor, Notarzt-Dienststellen Hainburg und Schwechat klagen derzeit aber nicht über eklatanten Engpass bei Notärzten.

In Hainburg sei es seit Anfang Juni zwei Mal vorgekommen, dass kein Notarzt zur Verfügung stand. Der Ausfall wurde von der Dienststelle Schwechat kompensiert. Generell verzeichne man beim Roten Kreuz zuletzt aber eine steigende Zahl von Notärzten.  |  noen, Hanakampf

„Es gibt zu wenige Notärzte“, schlug ein Hainburger bei der NÖN Alarm. Mehrfach sei es in letzter Zeit vorgekommen, dass die Hainburger Rot-Kreuz-Dienststelle keinen Notarzt zur Verfügung hatte – und somit die Schwechater Kollegen einspringen mussten.

Die NÖN fragte daher nach, wie es um die Zahl der Notärzte in Hainburg und um die Situation in der Region im Allgemeinen bestellt ist.
Bei der Hainburger Rettungs-Dienststelle verwies man an Rot Kreuz-Pressesprecher Andreas Zenker. Der kann im Großen und Ganzen beruhigen: „Seit 1. Juni ist es in Hainburg genau zwei Mal vorgekommen, dass der Notarztwagen gestanden ist“, so Zenker.

Jeweils vom Nachmittag bis um 7 Uhr früh mussten an diesen Tagen die umliegenden Notarzt-Dienststellen – eine solche ist im Bezirk nur in Schwechat – bereitstehen. Allerdings, so betont Zenker: „Es kam in dieser Zeit zu keinen zeitkritischen Einsätzen.“ Im Allgemeinen versuche man natürlich, derartige Ausfälle zu vermeiden. „Aber wenn ein Notarzt krank wird und kurzfristig kein anderer zur Verfügung steht, dann kann man das manchmal leider nicht ändern“, so Zenker.

Kein Engpass in Schwechat

In Schwechat betont Rot Kreuz-Sprecherin Daniela Angetter, gebe es zum Glück keinen Engpass bei den Notärzten. Die Notärzte in Schwechat würden alle im Landesklinikum Mödling arbeiten und seien auch fürs Rote Kreuz Mödling tätig. Kurzfristige Ausfälle, wie im Falle eine Erkrankung, seien freilich dennoch möglich.

„Nach einer Stunde sind wir aber besetzt“, so Angetter. Die Schwechater Dienststelle ist zudem eine große. Insgesamt arbeiten hier 250 Freiwillige, der Grundstock im Rettungswesen seien rund 80 Personen. Man sei also personell „sehr gut besetzt“, so Angetter.

Tatsächlich habe es eine Zeit lang Notarzt-Engpässe auf so gut wie allen Dienststellen gegeben, weil die Krankenkassen die Notarzt-Tätigkeit als Dienstzeitüberschreitungen gewertet hätten. „Die meisten Notärzte arbeiten ja regulär in Krankenhäusern und fahren nebenbei im Rettungsdienst. Da kommt man natürlich schnell auf zu viele Stunden“, erklärt Rot Kreuz-Sprecher Zenker.

Insgesamt habe sich die Situation zuletzt durch eine entsprechende Gesetzesänderung aber wieder spürbar entschärft, so Zenker: „Wir merken, dass sich die Situation seither deutlich entspannt“, so Zenker. Derzeit wird jedenfalls das gesamte Notarzt-System in Niederösterreich neu ausgeschrieben. Eine Entscheidung darüber, welcher Anbieter künftig in welchen Regionen den Notarzt-Dienst organisiert soll im Herbst fallen.