Erstellt am 14. Oktober 2015, 04:57

von Jutta Hahslinger

Schleuser präsentiert sich als „Wohltäter“. Gericht / „Ich habe aus menschlichen Gründen so gehandelt, nicht aus Geldgier“, beteuert Schwede (55) zum Vorwurf der Schlepperei. SCHWECHAT / „Nicht schuldig“, erklärte der 55-jährige Schwede mit irakischen Wurzeln vor Gericht

Richter Manfred Hohenecker zum Beschuldigten: »Sie können den guten Geist spielen, aber die Geschleppten belasten Sie.«  |  NOEN, NÖN

„Nicht schuldig“, erklärte der 55-jährige Schwede mit irakischen Wurzeln vor Gericht und wollte kein geldgieriger Schlepper sein. „Ich habe nur dafür gesorgt, dass sechs Iraker nicht in die Hände skrupelloser Schleuser gefallen sind. Ich habe für die Landsleute die Reise über den Luftweg von Schwechat nach Stockholm organisiert. Ich habe für Unterkunft gesorgt, sie zum Flughafen und zum Boarding gebracht“, schildert er und betont: „Ich habe daraus keinen finanziellen Vorteil gezogen. Ich wollte sie nur vor den Schleusern schützen. Ich habe nicht gewusst, dass ich gegen ein Gesetz verstoße.“

Das beteuerte selbstlose Verhalten und die gesetzliche Ahnungslosigkeit nahm Richter Hohenecker dem Beschuldigten nicht ab: „Sie können den guten Geist spielen, aber die Geschleppten belasten Sie und sprechen von Bezahlung von 450 Euro pro Kopf.“
Für den bislang Unbescholtenen setzte es wegen Schlepperei zehn Monate Haft.