Erstellt am 29. September 2015, 16:16

von Raimund Novak

Kriegsopfer schildern ihren Überlebenskampf. Franz und Hermann Hafner nahmen in ihrem Haus, in Zusammenarbeit mit der Caritas, eine Familie aus Syrien auf.

Sichere Heimat gefunden. Bürgermeister Jürgen Maschl mit der kurdischen Familie: Manal, Yusuf, Alav, Hosiyar und Ibrahim.  |  NOEN, Raimund Novak

"Da musste ich schon schlucken", meinte SP-Bürgermeister Jürgen Maschl kurz nach dem Besuch bei einer kurdischen Familie aus Syrien in der Fischamenderstraße. Zur Vorgeschichte: Mit Vereinbarung der Caritas nahmen die Brüder Hermann und Franz Hafner eine fünfköpfige Familie auf, die vor den Kämpfen in Kobane, nahe der türkischen Grenze, floh. Seit einer Woche sind sie im Haus der Hafners in Sicherheit.

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Bürgermeister Jürgen Maschl, in Begleitung der NÖN, stellte sich nun bei der Familie vor und brachte für die drei Kinder Schokolade mit. Diese waren es auch, die mit ihren Schilderungen vom Krieg für kurzes Innehalten sorgten.

Familie verlor sich aus den Augen

Der 13-jährige Ibrahim, der mehrere Fremdsprachen fließend spricht und außerdem über gute Deutschkenntnisse verfügt, plauderte über aktuelle Bedürfnisse wie Spielplatz, Bustickets oder Fußball. Beim Thema Fußball ergriff Maschl sofort die Initiative und erkundigte sich beim ASK Schwadorf über das nächste Nachwuchstraining.

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Ernste Mienen dann, als der junge Bub vom Grund der Flucht erzählte. Mit Handbewegungen und Geräuschen ahmte er Personen nach, die soeben im Bauch getroffen wurden und Gliedmaßen verloren. Auch Häuser von Familienmitgliedern wurden zerstört und die Familie verlor sich aus den Augen. Nachdem der Vater vor einem Jahr zu Fuß Österreich erreichte, folgten sechs Monate später seine Kinder und seine Frau nach. Etliche Angehörige befinden sich jedoch weiterhin in Syrien, Türkei oder Deutschland.

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Die zwei älteren Kinder gehen seit Montag in die Schule und haben bereits Freunde gefunden, der kleinste Bursch benötigt künftig allerdings eine eigene Betreuung der Caritas, da er nicht sprechen kann. Eine weitere Helferin, Sissi Schmid, kommt alle paar Tage zur Familie, um sie bei alltäglichen Fragen, wie bei der Mülltrennung, zu beraten. Die Familie soll sich nun, nach dem positiven Asylbescheid, in der Schwadorfer Bevölkerung integrieren.