Schwadorf

Erstellt am 19. Juli 2017, 02:57

von Raimund Novak

Umfahrungsstraße: „Ich muss auf meine Bauern aufpassen“. VP-Gemeinderat Josef Seyer sieht den Rückbau skeptisch. SP verweist auf Einigkeit im Verkehrsausschuss.

Die SPÖ um Ortschef Jürgen Maschl hat entschieden: Die „Untere Umfahrungsstraße“ wird verschmälert.  |  Novak

„Überraschend und kurios“, bezeichnete SP-Bürgermeister Jürgen Maschl das Abstimmungsverhalten der ÖVP bei der vergangenen Gemeinderatssitzung. Die fünf VP-Mandatare stimmten gegen den geplanten Rückbau der „Unteren Umfahrungsstraße“. Detail am Rande: Geleitet wird der zuständige Verkehrsausschuss von VP-Gemeinderat Thomas Richter.

Zur Erklärung: Die Verordnung von 30er-Zonen zieht Umbaumaßnahmen in der „Unteren Umfahrungsstraße“ nach sich, die in den letzten Monaten der Verkehrsausschuss bearbeitete. Es wurden Punkte ausgearbeitet, die in der Planungsphase berücksichtigt werden müssen. Dazu zählen eine Fahrbahnbreite von sechs Metern, die Anzahl der Parkflächen, die Gestaltung der Grünflächen, die Beleuchtung, die Entschärfung des Kreuzungsbereiches und die Gestaltung der Hofeinfahrten von betroffenen Landwirten.

Vor allem der letzte Punkt war Josef Seyer, VP-Gemeinderat und für das Verkehrsressort zuständig, ein besonderes Anliegen, das letztendlich den Ausschlag für die Gegenstimmen gab. Laut Seyer würden die sechs Meter bei einer Begegnung größerer landwirtschaftlicher Maschinen nicht reichen.

„Ich befürworte den Straßenrückbau"

„Ich befürworte den Straßenrückbau, aber ich muss auch auf meine Bauern aufpassen“, meint Seyer, selbst Landwirt. Außerdem fordere er schon seit Wochen einen Lokalaugenschein mit den Bauern, der aber erst wenige Tage vor der Abstimmung stattfand. „Da wurden zwar vom Ziviltechniker einige Planungsänderungen vorgenommen, aber dennoch war zu wenig Zeit, um mit allen Bauern eine Einigkeit zu erzielen“, so Seyer. „Ich glaube nicht, dass sich die Mähdrescher auf dieser Straße permanent begegnen werden“, kontert der SP-Ortschef. „In den Ausschusssitzungen wurde dieses Thema kaum behandelt“, versteht Maschl die plötzliche Kehrtwendung nicht.

Seyer kritisiert zudem die Verkleinerung beziehungsweise Abschaffung von Grünflächen in manchen Teilabschnitten. „Viele Bürger wissen das noch gar nicht.“ Maschl weist darauf hin, dass neue Flächen entstehen und auch das Marterl im Kreuzungsbereich erhalten bleibt.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Thomas Richter, wollte gegenüber der NÖN keine weitere Stellungnahme abgeben, er betonte nur: „Ich schließe mich der Meinung von Seyer an.“ Mit zwölf zu fünf Stimmen fixierte die SPÖ den Rückbau. Er soll in Etappen über mehrere Jahre finalisiert werden. Die ersten Kostenschätzungen belaufen sich auf bis zu 500.000 Euro.

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