Erstellt am 04. November 2015, 05:47

von Andreas Fussi

Schwechat belebt Jugendarbeit wieder. Dank Römerland-Projekt wieder Streetworker auf Straßen der Stadt. Professionelle Jugendarbeit soll Problemen vorbeugen.

Der Jugendklub »Das Schwechater«.  |  NOEN, Foto: Stadtgemeinde

Nach dem Aus der Jugendcoaches Ende 2013 hat die Stadtgemeinde nun eine neue Lösung zur Betreuung Jugendlicher gefunden. Noch im November 2015 soll eine Kooperation zwischen dem Römerland Carnuntum und dem Jugendreferat der Stadtgemeinde Schwechat starten.

 



„Mich freut, dass in der Gemeinderatssitzung alle Fraktionen der Installierung von zwei Streetworkern in Schwechat zugestimmt haben. Das sichert eine professionelle Jugend- und Sozialarbeit und wird uns viele Probleme in der Zukunft ersparen“, kommentiert Stadträtin Ljiljana Markovic (Grüne).

Stolz zeigt sie sich, dass die Grünen im Vorfeld für ein Comeback dieser Einrichtung gesorgt haben. „Streetworker, die sich um die Probleme an den Brennpunkten unserer Gesellschaft kümmern, gab es in unserer Stadt bereits früher. Allerdings wurden sie vom Multiversum-fokussierten ‚alten Schwechat‘ eingespart – eine kurzsichtige Entscheidung, wie sich herausgestellt hat.“ Zudem freue sich Markovic, dass es ihr gelungen ist, „durch Anzapfen von Fördergeldern seitens der EU die Kosten für dieses sinnvolle Projekt auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren“.

Vernetzung mit anderen Institutionen

Der Aufgabenbereich der Streetworker wird vielfältig sein. Betreut werden junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen, aus sozial schwachem Umfeld und Migranten. Ein neuer Akzent ist Begleitung in „Dialoggruppen“. Dazu gehören neben den Jugendlichen auch Gemeindevertreter und andere Erwachsene – wie Nachbarn von Jugendtreffs und Lehrkräfte.

Zusätzlich geht es auch um eine Vernetzung mit allen anderen Institutionen, die mit Jugendarbeit befasst sind, wie SOPS, Rock+Pop-Werkstatt, REFOS. Durch enge Zusammenarbeit soll der Jugendklub „Das Schwechater“ ein Treffpunkt werden, der mit den Jugendlichen „mitwächst“ – vom Schulbeginn bis zur Volljährigkeit.

„Persönlich freue ich mich, als zuständige Stadträtin aktiv an diesem Projekt teilnehmen zu können. Als Österreicherin mit Migrationshintergrund, aufgewachsen in einer Gastarbeiterfamilie, kann ich gut nachvollziehen, wie schwierig es sein kann, Anschluss zu finden. Gut eingebundene Jugendliche können sich mit ihrer Stadt identifizieren und werden sich mit höherer Wahrscheinlichkeit positiv ins gesellschaftliche Leben Schwechats einbringen“, ist Markovic überzeugt.

Erfreut über die Entscheidung der Stadtführung sind auch die Schwechater Jugendclubs wie Üdüwüdü und friends2000, die nach Ende der Jugendcoaches eine Zunahme an „schwierigen“ Gästen verzeichneten.

Zum Thema

• Grundlage der Zusammenarbeit ist das Leader-Projekt „RLC 15plus-Jugend im Römerland Carnuntum“, welches durch EU-Förderungen unterstützt wird. Inhaltlich befasst sich das Projekt mit folgenden Schwerpunkten:
• Betreuung, Begleitung und Beratung (z.B. Streetwork)
• Regionale Vernetzung
• Einzelmaßnahmen und Aktivitäten mit Jugendlichen
• Begleitmaßnahmen wie Öffentlichkeitsarbeit
• Inklusion/Integration
• Suchtprävention
• Das Projekt ist befristet bis Dezember 2017.