Erstellt am 30. September 2015, 05:42

von NÖN Redaktion

Direktor Serenelli hat's schwer. Die Komödie "Direktor Serenelli und das Schaugeschäft", Eigenproduktion des Theater Forum Schwechat, hatte am Donnerstag vergangener Woche umjubelte Premiere.

Anita Kolbert, Bruno Reichert und Olivier Lendl in Aktion. Das Stück ist bis 9. Oktober zu sehen.  |  NOEN, www.digitalphotoimpressions-dpi.at

Der Direktor des Wiener-Freihof-Theaters Serenelli kämpft im Jahr 1834 um sein Theater. Wie kann er sein Publikum halten, wie kann er gegen die Zensur bestehen…“

Die Autoren Johannes C. Hoflehner und Olivier Lendl ziehen eine Parallele – auch heute befindet sich das Theater im Umbruch. Die Premiere am 24. September war ein rauschender Erfolg. Das Publikum kam voll auf seine Kosten, denn hier durfte von Herzen gelacht werden.

Rollen den Darstellern auf den Leib geschrieben

Die Darsteller konnten der vor Kreativität strotzenden Regie des Intendanten des Theater Forum Schwechat und Autors des Stückes Johannes C. Hoflehner folgen und ihre Rollen ohne Ausnahme hervorragend ausfüllen. Die beiden Autoren, Johannes C. Hoflehner und Olivier Lendl haben hier gemeinsam Hervorragendes geleistet und die diversen Rollen den Darstellern quasi auf den Leib geschrieben. Wenn man die Usancen im Theaterleben kennt, kann man über viele Ereignisse in diesem Stück lachen, manches regt aber bei aller Komik auch zum Nachdenken an. Die Darsteller sind durchwegs überzeugend. Conny Boes, die um jeden Preis, auch wenn sie sich selbst aufgeben muss, Karriere machen will.

Anita Kolbert, die um ein Star zu bleiben oder zu werden, auch nicht zurückschreckt, den Direktor mit einem angeblichen besseren Angebot zu erpressen. Dieser stimmt zu, aber man hört heraus, dass er es ohnehin nicht einhalten will.

Der junge Thomas Wenk, der sich als Rebell herausstellt und den Grafen beseitigen will. Vor allem, weil er sich in seine junge Kollegin verliebt hat und der Graf ihm im Weg ist.

Bruno Reichert als Schauspieler und Mann für alles, der immer zu allem bereit ist, und ständig seine Erlebnisse in früheren Engagements in anderen Theatern erwähnt. Und Klaus Haberl, der Graf. Bewundernswert, wie er seine Haltung und Sprache 2,5 Stunden lang über alle seine Auftritte hindurch durchgehalten hat. Er verzog keine Mine, selbst, wenn er lachte. Sein Gang war fast zentimetergenau berechnet. Eine tolle Leistung!

Schließlich Olivier Lendl, Mitautor des Stückes und Direktor Serenelli, der darum kämpft, sein Theater und sein Ensemble zu erhalten und vorerst einmal allem zustimmt. Kann und will er es wirklich halten?

Und last but not least: Johannes C. Hoflehner, der sowohl als Regisseur, als auch als Autor wieder einmal bewiesen hat, dass ein hervorragender Regisseur mit einer Begabung für vernünftige Menschenführung beinahe ein jedes gute Ensemble motivieren kann. Aber er weiß ja, wovon er redet. Kämpft er doch als Intendant selbst hart um den Erhalt seines Theaters.

Das Publikum dankte dem gesamten Team mit fröhlichen Gesichtern, lang anhaltendem Applaus und Bravorufen.

Fazit: Eine Vorstellung, bei der es sich lohnt, sie anzuschauen.