Schwechat

Erstellt am 10. August 2016, 21:22

von Gerald Burggraf

Doch keine internen Konsequenzen für FP-Zistler. Mit seinen über „Facebook“ getätigten Aussagen über das Urteil im Prozess zwischen dem Tiroler SP-Chef Ingo Mayr und FP-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer hatte Schwechats FP-Gemeinderat Wolfgang Zistler neuerlich für Aufregung gesorgt.

FPÖ

Während die freiheitliche Landespartei sich eher versöhnlich zeigte und es nach einem Gespräch zwischen Zistler – er ist auch Bezirksobmann der Blauen - und Landessekretär Christian Hafenecker dabei beließ, fiel die Reaktion in der Stadtpartei etwas verärgerter aus.

Auch wenn Obfrau Andrea Kaiser das Prozessurteil als „ungeheuerlich“ bezeichnete, stellte sie im NÖN-Gespräch doch auch Konsequenzen für Wolfgang Zistler in den Raum. Innerfraktionär sollte diese am Dienstagabend besprochen werden. Doch bei Kaisers Vorstoß dürfte es sich doch nur um eine laues Lüftchen gehandelt haben. In einer Stellungnahme an die NÖN hält Kaiser fest: „Die Empörung von Gemeinderat Wolfgang Zistler über das nicht rechtskräftige und skandalöse Urteil ist durchaus berechtigt. Die emotionale Wortwahl zugegeben missglückt.“

Sie lege als Stadtparteichefin Wert auf eine „offene und direkte Aussprache“. „Herr Zistler wird in Zukunft mehr auf seine emotionalen Aussagen achten. Von menschlicher Seite kann ich verstehen, dass es als unbescholtener Bürger und Politiker nicht leicht ist, auf das politisch motivierte Vogelfrei-Urteil sachlich zu reagieren. Ich möchte niemanden raten, mich als ‚Nazi‘ zu beschimpfen!“, poltert sie. Und auch die Grünen – ebenso wie die SPÖ verurteilten sie die Aussagen Zistlers vehement – bekamen ihr Fett weg. „Mit der von den Grünen angekündigten Resolution wird versucht, politische Mitbewerber zu diskreditieren“, ist Kaiser überzeugt.

Die Reaktion Zistlers habe nur deutlich gezeigt, dass niemand in der FPÖ mit dem „menschenverachtenden Regime des Dritten Reiches“ etwas am Hut habe. Vielmehr wehre sie sich eine General-Diffamierung „unserer unbescholtenen FPÖ-Mandatare und Wähler“. Kaiser rate auch den Grünen sowie deren Vizebürgermeister Brigitte Krenn davon ab, „Gemeinderatssitzungen weiter als parteipolitische Bühne zu missbrauchen und uns mit ihrem Grünen-Aktionismus zu verschonen“.