Schwechat

Erstellt am 13. April 2017, 04:07

von Gerald Burggraf

Ekazent: Ärger um die Parkverwaltung. Kritik an Parkraummanagement wegen unberechtigter Strafen und schwieriger Erreichbarkeit bei Einsprüchen.

Am Ekazent-Parkplatz sind zwei Stunden gratis.  |  Burggraf

Ein älteres Ehepaar stellt das Auto am Behindertenparkplatz beim Ekazent Schwechat mit entsprechendem Ausweis ab und geht zum Merkur-Markt einkaufen. Zurück beim Auto dann die Überraschung – ein Strafzettel.

Der Grund: Das Ehepaar hat kein Ticket gelöst, in der Annahme, dass beim Parken auf den Behindertenstellflächen keines notwendig ist. „Das müsste man besser beschildern“, meint Otto B. Die Pensionisten nehmen daher Kontakt mit der Firma „Park Control“ auf, die vom Ekazent mit dem Parkraummanagement beauftragt ist.

Und hier beginnt die Odyssee: „Beim ersten Anruf wurde uns gesagt, wir sollen den Zettel einfach wegschmeißen“, erinnert sich Herr B. Doch so recht glauben wollte man diesem Ratschlag nicht und rief erneut an. Unzählige Telefonate mit verschiedenen Mitarbeitern über mehrere Tage folgten. Letztendlich blieb es beim Vorschlag, die Strafe zu ignorieren. Dennoch sei das Beschwerdemanagement verbesserungswürdig, so Otto B.

"Wir haben keinen direkten Ansprechpartner"

Das bestätigt auch SP-Bürgermeisterin Karin Baier. „Ich hatte in kürzerer Vergangenheit selbst zwei Beschwerdefälle auf meinem Tisch. Hier wurde gestraft, obwohl ein gültiger Parkschein hinterlegt war“, erzählt sie. Doch auch vom Rathaus aus gestaltet sich die Kommunikation mit dem Ekazent schwierig. „Wir haben derzeit nicht einmal einen direkten Ansprechpartner“, berichtet Baier.

Auf NÖN-Anfrage verspricht Kurt Schneider, Geschäftsführer des Ekazent-Eigentümers „Ekazent Immobilienmanagement“, Besserung. Die „schwierige Kommunikation“ mit der Stadt resultiere auch aus einem Wechsel in der Centerleitung. Der bisherige Chef Erich Helm verabschiedete sich mit Anfang April in die Pension. Nachfolgerin Petra Kern war bisher für das Marketing im Schwechater Ekazent zuständig, ein Termin mit der Bürgermeisterin ist geplant.

Die Beschwerden über das Parkraummanagement sind ihm zudem bekannt. Die Zeitbeschränkung – zwei Stunden kostenlos parken – wurde durch zahlreiche Dauerparker unumgänglich. Wird fälschlicherweise gestraft, komme man den Kunden „großzügig“ entgegen, so Schneider. „Bezüglich des Callcenters gibt es Mängel“, gibt er zu. Man sei daher mit „Park Control“ in Gesprächen. Die Beschilderung halte man für kompakt und übersichtlich.

Schneider betont, dass die Zusammenarbeit mit „Park Control“ zufriedenstellend und der Prozentsatz an Beschwerden gering sei. Bei 100.424 Einfahrten zum Parkplatz habe es nur 934 Strafen gegeben – „das sind 0,93 Prozent“, betont Schneider.