Erstellt am 25. November 2015, 05:43

von Daniel Maier

Fernwärme: Stadt will Kosten dämmen. Stadt sieht keine Vorteile mehr in Fernwärme-Verträgen: Gespräche mit WienEnergie. Opposition ätzt: Warum erst jetzt?

Alle Parteien sind sich einig, dass die Fernwärme-Heizkosten ausgeufert sind – und alle heften sich den Erfolg auf die eigene Fahne. Gespräche mit WienEnergie laufen.  |  NOEN, Stadtgemeinde

Bei den BürgerInnen-Platzln Anfang September wurde vor allem ein Thema brennend diskutiert: das Heizen. Bewohner von Gemeindewohnungen mit Anschluss an das Fernwärmenetz haben auf belastende Energiekostenabrechnungen hingewiesen. „Wir haben sofort zu recherchieren begonnen“, erklärt Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ).

„Tatsächlich ist im bestehenden Vertrag kein Vorteil für die Stadt und die Bewohner erkennbar. Seitens der damaligen Stadtverantwortlichen wurde stets die Preisgünstigkeit der Fernwärme-Anbindung ins Treffen geführt und garantiert. Nicht zuletzt deshalb wurden sämtliche diesbezüglichen Verträge im Gemeinderat einstimmig bestätigt.“

Beschwerden gab es schon lange

„Nicht zum ersten Mal haben wir es mit Verträgen zu tun, bei denen wir befürchten müssen, dass sie kein optimales Ergebnis für Schwechat und seine Bewohner gebracht haben. Schon lange gab es Beschwerden, denen man nicht wirkungsvoll nachgegangen ist“, kommentiert auch Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne).

Derzeit werden Maßnahmen erhoben, erste technische Verbesserungen sind schon in Umsetzung. „Gerade im Bereich der grundlegenden Lebenshaltungskosten trifft es jene, die nur über ein kleineres Einkommen verfügen, umso härter“, kommentiert SPÖ-Stadtparteivorsitzender David Stockinger.

Opposition: „Stadt sah keine Dringlichkeit“

„Den betroffenen Mietern von Gemeindewohnungen ist es nicht mehr länger zumutbar, die horrenden Kosten für die Versäumnisse der Stadtregierung zu tragen“, befindet auch FP-Stadtobfrau Andrea Kaiser. Sie führt die Vereinbarung zur Sanierung auf hartnäckige FP-Anträge zurück.

So sieht das auch NEOS-Chef Michael Sicha: „Diesem Dringlichkeitsantrag stimmte unsere Stadtregierung nicht zu. Medial zu behaupten, dass die Stadtregierung ,sofort‘ zu recherchieren begonnen habe, schlägt dem Fass den Boden aus. Hoffentlich erfolgen Maßnahmen noch vor Beginn der Heizsaison.“

„Die Volkspartei stellt die Verträge mit den Energieversorgern schon seit Langem infrage. Wir haben viele Meldungen aus der Bevölkerung bekommen, die uns darauf hingewiesen haben, dass etwas im Argen liegt. Es ist ein positives Zeichen, dass von der Stadtregierung die Zurufe der Opposition ernst genommen und gemeinsam umgesetzt werden. Ich begrüße das sehr“, kommentiert VP-Stadtrat Lukas Szikora.

Vonseiten der WienEnergie heißt es dazu: „Wir führen mit der Stadtgemeinde Gespräche zur Fernwärmelieferung in Schwechat. Der nächste Gesprächstermin mit Gemeindevertretern ist für Anfang Dezember anberaumt. Leider resultieren in Schwechat hohe Verbräuche aus dem schlechten technischen Zustand der Wohnhäuser und niedrigen Anschlussquoten im Nachrüstungsbereich.“