Erstellt am 20. Januar 2016, 05:23

von Gerald Burggraf

Für Raucher geöffnet. Wirt Michael Sicha scheitert mit Nichtraucher-Konzept. Seit Montag darf der Glimmstängel im Lokal wieder gezückt werden.

Ab sofort kann bei der Tyroler Stub‘n „Zum Michl“ wieder geraucht werden.  |  NOEN, Fussi, Mühlbacher

„Ich war davon überzeugt, dass unsere Art Gastronomie auch so funktioniert. Ich wurde eines Besseren belehrt“, gibt Michael Sicha, Pächter der Tyroler Stub’n „Zum Michl“ zähneknirschend zu. Als der Schwechater Gastronom vor gut einem Jahr sein Lokal nach einigen Schwierigkeiten wieder eröffnete, wollte er vorausschauend auf ein Nichtraucher-Konzept setzen.

Ab 2018 müssen per Gesetz alle Restaurants rauchfrei sein. Doch Sicha, der auch für die NEOS im Gemeinderat sitzt, musste bald erkennen, dass sein Plan nicht aufgeht. „Ich bin so einfach nicht konkurrenzfähig“, unterstreicht er im Gespräch mit der NÖN.

Wirtschaftlich nüchterne Entscheidung

Vor allem im Tagesgeschäft, dabei meinte er die Zeit von Montag bis Freitag um die Mittagszeit, habe er gegen die Konkurrenz keine Chance. Denn diese bieten allesamt einen Raucherbereich an. „Wir reden hier von gut 200 Gästen in der Woche, die nicht zu mir Mittagessen kommen, weil sie nicht rauchen dürfen“, glaubt Sicha. 

Daher habe er sich nun entschieden, sein Nichtraucher-Konzept vorerst ad acta zu legen (die NÖN will dazu in der wöchentlichen Online-Umfrage wissen, ob Nichtraucher-Lokale überhaupt konkurrenzfähig sind?). Bereits vor der Neueröffnung gab es mit dem Kellergewölbe einen eigenen Bereich für die Freunde des Glimmstängels. Diesem wurde mit Montag neues Leben eingehaucht.
 


„Ich werde diese Form mit Raucher- und Nichtraucherbereich nun bis zum letzten Tag ausreizen. Ich habe mich aber nun nicht ins Lager der Raucher geschlagen. Das ist eine rein wirtschaftlich nüchterne Entscheidung“, so Sicha, der übrigens selbst Raucher ist. Die ersten Reaktionen waren positiv. „Dadurch, dass sich die Toiletten im Nichtraucher-Bereich befinden, sollte es auch zu keinen Problemen kommen“, glaubt der Gastronom.