Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:48

von Andreas Fussi

Gemeinde ebnet Weg für „Hangar“. Gemeinderat stimmt für Verkauf von 7.000 m2 Gemeindegrund, der für geplante Hotel- und Freizeitanlage nötig ist.

Entwurf von »Kaltenbacher Architektur« zu »Hangar Schwechat«: Die Grafik zeigt, wie das 53.000m² große Areal aussehen soll. Im Gemeinderat wurde das Gebiet nun für das Vorhaben passend umgewidmet.  |  NOEN, Foto: Kaltenbacher Architektur

Die Realisierung des Projekts „Hangar Schwechat“ ist ein großes Stück näher gerückt. In der Gemeinderatssitzung stand der Verkauf von vier Gemeinde-Grundstücken auf dem Programm, die zum Bau dieser geplanten Hotel- und Freizeitanlage benötigt werden.

Im Konzept des Projektentwicklers „Habeler Immo Consulting GmbH“ sind auch diese gemeindeeigenen Liegenschaften inkludiert, wodurch nunmehr ein Kaufvertrag mit der Crosspoint GmbH abgeschlossen wurde. Der Beschluss im Gemeinderat fiel mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und FPÖ – gegen ÖVP und NEOS. Zuvor hatten SPÖ, Grüne und FPÖ bereits die Änderungen des Raumordnungsprogrammes und des Bebauungsplanes beschlossen.

Der Kaufpreis für die 6.998 m2 Gemeindeflächen beträgt 1,46 Millionen Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf werden zweckgebunden für thermische Sanierungsarbeiten im Bereich der städtischen Wohngebäude verwendet. Zu diesem Zweck wird mit den Erlösen eine Spezialrücklage gebildet.

Wir haben die GmbH auf Herz und Nieren geprüft,
was in der Geschichte Schwechats noch nie so der
Fall war.“ Grünen-Stadtrat Simon Jahn

Der Abstimmung ist eine intensive Debatte vorangegangen. Die ÖVP stößt sich an der Errichtung eines Billa-Supermarktes als Bestandteil des Projektes. „Gibt es nicht eine Vereinbarung, in Stadtnähe keinen Markt zuzulassen?“, hinterfragt VP-Gemeinderat Johann Schaider. Sein VP-Kollege Mario Freiberger kritisiert, dass damit die Billa-Filiale am Hauptplatz wegkomme und dadurch nur der Trend verstärkt werde, dass im Zentrum weniger Frequenz sei.

Stadtrat Simon Jahn (Grüne) erläutert, dass besagte Verordnung sich nur auf Supermärkte beschränke, die größer als 750 m2 seien, was in dem Fall nicht geplant sei. Sein Parteikollege Peter Pinka meint, dass er als Grüner auch immer gegen Supermärkte auf der grünen Wiese war, es sich aber in dem Fall um ein Gesamtprojekt handle. Im Übrigen würde im Stadtzentrum beim ehemaligen LÖWA (Magnet) auch ein Billa entstehen sowie weitere Geschäfte. Er folgert: „Wir sind gut versorgt in Schwechat und brauchen keine Angst zu haben.“

Keine Bedenken wegen der Zahlungsfähigkeit

VP-Gemeinderat Johann Schaider gibt auch zu bedenken, dass es in der Gegend wahrscheinlich eine große Ziesel-Population geben würde und fragte, inwieweit das zu berücksichtigen sei. Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) erklärt, dass ein naturschutzrechtliches Verfahren vom Land NÖ nötig sei. Stadtrat Simon Jahn berichtet, dass es bereits eine Untersuchung einer Tierärztin gebe, die einige Möglichkeiten zum Schutz der Tiere ausgearbeitet habe. So wird etwa eine Untertunnelung in Erwägung gezogen. Das gelte es noch mit dem Land abzustimmen.

Mario Freiberger, VP, äußert weitere Bedenken. So habe er generell mit der entwickelnden Person Bauchweh. Dieses ungute VP-Gefühl versuchte Grünen-Stadtrat Jahn zu zerstreuen. „Wir haben die GmbH auf Herz und Nieren geprüft, was in der Geschichte Schwechats noch nie so der Fall war.“ Er habe auch keine Bedenken wegen der Zahlungsfähigkeit, nachdem die Firma alle übrigen Grundstücke gekauft habe. SP-Bürgermeisterin Karin Baier ergänzte, dass die Fachabteilung wochenlang damit beschäftigt war, das Bauchweh wegzubringen. „Es ist entkräftet, aber nicht weg.“ Eine schöne Geschichte sei das Ganze nicht, gibt sie zu – Nachsatz: „Vielleicht verhindern ja die Ziesel weitere Sorgen.“


Zum Projekt

Auf 53.000 m² ist zwischen B10 und S1 die Errichtung einer Hotel- und Freizeitanlage geplant.
Im Detail beinhaltet das Konzept etwa die Errichtung von:
• Hotelanlage
• Restaurant, Coffee Shop und Konditorei
• Fitness- und Wellnesseinrichtungen
• Entertainmentcenter (Bowling, Billard, Spieltische, Bars, …)
• Disco
• Indoor Elektro Kart Bahnen
• Indoor Themenpark für Kinder & Erwachsene
• Indoor Soccer Felder
• Supermarkt

• Die weitere Vorgangsweise:
Nach der Aufbereitung aller erforderlichen Genehmigungen, Gutachten und Konzepte soll mit der Bauausführung Mitte 2016 begonnen werden. Ende 2017 ist die Eröffnung geplant.