Erstellt am 27. Januar 2016, 05:48

von NÖN Redaktion

Haftstrafen für Duo: 88-Jährigen beraubt. Quasi im Vorbeigehen, auf der Gaunertour nach Spendengeldern, nahm Freundinnen einem Gehbehinderten gewaltsam Börse ab.

Staatsanwalt Friedrich Köhl war mit dem Urteil einverstanden.  |  NOEN, Foto: Hahslinger

Von einer Weltreise träumten eine 19-jährige Rumänin und ihre britische Freundin (22). Das nötige Kleingeld wollten sich die arbeitslosen Frauen mit Gaunereien erwirtschaften. Unter der Vorgabe, Spenden für eine Hilfsorganisation für behinderte und taubstumme Kinder zu sammeln, zog das einige Tage zuvor eingereiste Damenduo am 2. November vergangenen Jahres in Schwechat los. Um der Sammelaktion einen glaubwürdigen Anstrich zu verleihen, fertigten die beiden zuvor Spenderlisten mit Fantasieunterschriften und Geldbeträgen an.

Auf der Gaunertour traf das Duo am Rathausplatz auf einen 88-Jährigen. Als der Gehbehinderte nicht sofort auf die Bitten der Frauen einging und unbequeme Fragen stellte, umzingelten sie ihn und wurden zudringlich. Die 19-Jährige versuchte dann, den Gehbehinderten durch Stöße in seiner Standfestigkeit zu erschüttern.

Schuldspruch im Sinne der Anklage

Der 88-Jährige kam durch die Gewaltanwendung ins Taumeln und konnte einen Sturz gerade noch verhindern, indem er sich auf seinem Gehstock abstützte. Während der betagte Schwechater darum kämpfte, um auf den Beinen zu bleiben, langte die 19-Jährige zu und stahl dessen Geldbörse aus der Jacke. Dann flüchtete das Duo. Durch die Hilferufe des Opfers wurden zwei Polizeibeamte außer Dienst alarmiert, die die Situation sofort erfassten und die Verfolgung aufnahmen. Die Flüchtenden wurden geschnappt.

Vor Gericht gab das Duo den Spendenschwindel und den Diebstahl der Börse zu, von einem räuberischen Diebstahl wollte es aber nichts wissen. Der Richter entschied anders und fällte einen Schuldspruch im Sinne der Anklage. Die 19-Jährige wurde zu 24 Monaten, davon sechs Monate hinter Gittern, verurteilt. Für die Helferin setzte es 20 Monate, davon muss sie fünf Monate absitzen. Die Urteile sind rechtskräftig.