Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:22

von Andreas Fussi

Hilfswerk unterstützt Flüchtlingsfamilien. Sozialer Nahversorger begleitet Familien bei Integration und bietet Unterstützung für freiwillige Helfer.

Hilfswerk-Präsident Karas mit Obmann Donninger.  |  NOEN, Foto: Fussi

Hoher Besuch stellte sich am Montag im Hilfswerk Familien- und Beratungszentrum Schwechat ein. EU-Mandatar Othmar Karas (ÖVP) lud als Hilfswerk-Präsident zur Pressekonferenz, um die Flüchtlingshilfe beim Hilfswerk zu thematisieren.

Angesichts der humanitären Ausnahmesituation tausender Flüchtlingsfamilien leiste das NÖ Hilfswerk als sozialer Nahversorger einen Beitrag. Als Partner der Familien wird das NÖ Hilfswerk jene Familien, die in nächster Zeit in Österreich bleiben möchten und dürfen, bei der Integration begleiten. „Wir möchten ihnen helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und den Alltag in einem fremden Land zu meistern. Selbst wenn einzelnen Familien nicht das Recht gewährt wird, für immer hierzubleiben, so haben sie auf jeden Fall das Recht, dass ihnen in ihrer momentanen Situation geholfen wird“, sagt Karin Skop, Leiterin des Familien- und Beratungszentrums Schwechat.

Ein Schwerpunkt liege auch darin, die Helfer zu stärken, ergänzt Hilfswerk-Obmann Rudolf Donninger – „die unzähligen Freiwilligen, die Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe oder die Familien, die sich dafür entscheiden, ein Pflegekind aufzunehmen – durch Beratung und therapeutische Begleitung.“

Bevölkerung um Spenden ersucht

Karas lobte die Arbeit des Hilfswerks in Schwechat. „Wir sind vielfältig tätig und stellen uns der Herausforderung. Ein herzliches Dankeschön allen Mitarbeitern!“ Er würdigte die ORF-Aktion „Helfen. Wie wir“, an der das Hilfswerk beteiligt ist. „Das ist ein schönes Beispiel, wie es funktionieren kann.“ Die Bevölkerung ersuche er weiterhin zu spenden – sowohl mit Sach- als auch Geldspenden.

Karas ist sich bewusst, dass die Flüchtlingskrise nicht mit kurzfristigen Lösungen in Griff zu bekommen sein werde. Am wirkungsvollsten wäre es, die Ursachen für die Vertreibung der Menschen durch Krieg und Armut zu bekämpfen, „Grenzen zu sichern und legale Zuwanderung zu schaffen“. Es erfordere eine „gemeinsame Integrationspolitik in Europa“. Benötigt werde ein Gesamtkonzept, mit gemeinsamen Asyl- und Sozialstandards, so Karas.

Die Angebote

• Beratung und Begleitung traumatisierter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener
• Deutschkurse
• Interkulturelle Gruppen für Familien
• Bastelvormittage
• Hilfe für Pflegeeltern, die Flüchtlingskinder aufnehmen
• Psychologische und psychotherapeutische Hilfe für Helfer
• Info: 01/706 54 44 18