Erstellt am 18. Dezember 2015, 05:48

von Andreas Fussi

„Lobbyist“ wehrt sich. Bürgermeisterin Karin Baier und Ernst Viehberger kontern anonymen Schreiber, der Tanz-WM hinterfragt.

Ernst Viehberger brachte die Tanz-WM nach Schwechat ins Multiversum, hier mit dem österreichischen Siegerpaar im Showdance Standard, Vadim Garbuzov & Kathrin Menzinger sowie dem Präsidenten des Österreichischen Tanzsportverbandes Hermann Götz.  |  NOEN, Janoch

Ein an SPÖ-Bürgermeisterin Karin Baier gerichteter anonymer offener Brief zirkuliert gerade in der Stadt. Darin wird kritisiert, dass die Tanz-WM höhere öffentlichen Fördermittel der Stadt bekommen habe, als die Ballettschule für die Weihnachtsaufführung. Baier sei von Ernst Viehberger, der als Lobbyist für die Tanz-WM bezeichnet wird, über den Tisch gezogen worden. Der Autor wirft Baier vor, dem Wiener Tanzsportverband als Veranstalter der WM eine Förderung nach den alten Richtlinien zugestanden zu haben, obwohl die Veranstaltung keinen Bezug zu Schwechat aufweise. Die kolportierte Umwegrentabilität sei zu hinterfragen, da die meisten Umsätze von Unternehmen lukriert würden, die nicht ihren Sitz in Schwechat hätten.

Bürgermeisterin Karin Baier widerspricht dem Schreiber. Der Beschluss zur Förderung der Tanz-WM sei im Jänner 2015 gefasst worden, also vor ihrer Zeit, betont sie – und zwar nach den alten damals bestehenden Förderrichtlinien. „Man kann mir keinen offenen Brief schicken, wenn ich nicht Ansprechpartner bin“, so Baier.
Empört zeigt sich Ernst Viehberger, der dem Autor rät, sich besser vorher zu informieren. Er lädt ihn ein, „mit mir ein klärendes Gespräch zu führen.“ Es sei „eine Unverschämtheit der Frau Bürgermeisterin zu unterstellen, sie sei von mir über den Tisch gezogen worden“ – niemand habe sich über Richtlinien hinweggesetzt.

Sollte es noch einmal eine Tanz-WM in Schwechat geben, so seien für drei Tage volle Hallen garantiert und die Förderrichtlinien würden nach geltender Grundlage, so wie auch für die Ballettschule, angewendet. Dem anonymen Schreiber sei offenbar das Wort Umwegrentabilität in seiner Bedeutung fremd, ansonsten könnte er nicht die Werbewirksamkeit in Frage stellen.
Viehberger: „Ich fordere den Schreiber auf, derartige Unwahrheiten und Ungereimtheiten zu widerrufen.“