Erstellt am 18. Juli 2017, 13:05

von APA Red

Serieneinbrecher am Flughafen geschnappt. Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat einen international gesuchten Georgier am Flughafen Wien in Schwechat festgenommen.

Flughafen Wien-Schwechat  |  APA

Dem 42-Jährigen werden seit 2014 insgesamt 20 Einbrüche, hauptsächlich in Oberösterreich, mit einem Gesamtschaden von 310.000 Euro vorgeworfen. Er erbeutete dabei 140.000 Euro. Der Mann ist geständig und in der Justizanstalt Linz in Haft, berichtete die Polizei am Dienstag.

Im Oktober 2016 begann in Oberösterreich eine markante Einbruchsserie in Lebensmittelmärkte, je eine Tat wurde auch in der Steiermark und Niederösterreich verübt. Der Täter drang über die Dächer und Lichtkuppeln in die Gebäude ein, seilte sich in die Geschäfte ab und knackte die Tresore mit mitgebrachtem Werkzeug.

Zu diesen Taten reiste der Verdächtige vorwiegend mit dem Flugzeug aus Georgien an, übernachtete in Hotels und fuhr mit Mietwägen zu den Einbrüchen. Mit der Beute flog der Kriminaltourist wieder zurück nach Georgien. Da der Mann seinen Namen dauernd änderte und auch die passenden Dokumente hatte, konnte er unbehelligt in Europa reisen.

Straftaten dank DNA nachgewiesen

Eine kurze Inhaftierung nach einem Einbruchsdiebstahl 2016 in Deutschland wurde ihm zum Verhängnis. Die Polizei bekam so sein DNA-Material und die von ihm verwendeten Identitäten. Dadurch konnten ihm die Straftaten in Österreich nachgewiesen werden. Die Fahndung wurde um die neuen bekannten Namen erweitert und schließlich schlug die Polizei am Flughafen Wien zu, als der 42-Jährige Anfang Juli wieder einreisen wollte.

Er soll bereits 2014 gemeinsam mit einem 36-jährigen Landsmann aus Linz mehrere Einbrüche mit Tresoröffnungen in Firmen und Geschäfte begangen haben. Sein Komplize wurde von der Polizei geschnappt und ist mittlerweile zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 42-Jährige konnte sich hingegen rechtzeitig vor einer Festnahme absetzen. Unter seiner damaligen Identität wurde ein Haftbefehl erlassen.

Im Zuge der Ermittlungen wurde eine Verbindung zu einem Raubüberfall auf einen Fahrdienstleiter der Bahn 2006 in Pregarten (Bezirk Freistadt) hergestellt. 2005 und 2006 hatte sich der Georgier während seines Asylverfahrens in Oberösterreich aufgehalten.