Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:42

von Andreas Fussi

Theater-Intendant wirft das Handtuch. Theater Forum Leiter Johannes C. Hoflehner sieht keine Basis für weitere Zusammenarbeit und will im Juni 2016 aufhören.

Johannes C. Hoflehner.  |  NOEN, Foto: Peter Sehnal
Wie berichtet, hat sich in den letzten Jahren der bürokratische Aufwand für das Theater Forum Schwechat derart erhöht, dass „eine seriöse künstlerische Planung“ laut Intendant Johannes C. Hoflehner nicht mehr möglich sei. Eine Unterschriftenliste für ein Weiterbestehen des Theaters und gegen die überbordende Bürokratisierung erzielte 1.800 Unterschriften. Gespräche mit Stadt und Land hätten aber keine Lösung ergeben. Das alles führte nun dazu, dass Hoflehner seinen bis Juni 2016 befristeten Vertrag nicht verlängern wird.

„Nach den bisherigen Signalen, die von der neuen Bürgermeisterin Frau Baier gekommen sind, und einem Gespräch mit ihr über Lösungsmöglichkeiten der seit mehr als einem Jahr bekannten Problematik des Theaters, sehe ich keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit“, erklärt Hoflehner im Gespräch mit der NÖN.
Sein Vorschlag wäre gewesen, „die Problematik durch eine Trennung der Geschäftsführung in künstlerische und wirtschaftliche Sparten zu lösen und auch ein – notwendiges – Vieraugen-Prinzip zu etablieren“.

Lösungsvorschläge der Stadtregierung nicht akzeptabel

Das mache zwar den Betrieb teurer, würde aber „die Qualität wie die Quantität des Theaterspielplanes in Schwechat gewährleisten“, so Hoflehner. „Mein Verzicht auf Arbeitszeit und Gehalt, um mit dem frei werdenden Geld einen Teil der Lösung mitzufinanzieren, wurde nicht angenommen.“ Die Lösungsvorschläge der Stadtregierung seien für ihn nicht akzeptabel.

Nachdem die Planungen für die nächste Saison rechtzeitig beginnen sollten, sei es laut Hoflehner „eine saubere Lösung, wenn ich jetzt bekannt gebe, dass ich nicht mehr weiter zur Verfügung stehe. Dann hat die Stadtregierung noch genug Zeit, nach einer passenderen Lösung zu suchen.“ Er wolle keine müden Kompromisse. „Ich kann verstehen, dass die Stadt sparen und Prioritäten setzen muss, die nicht unbedingt die meinigen sind. Genauso aber erwarte ich mir Verständnis, dass ich diese Entscheidungen nicht mittragen will.“

SPÖ-Bürgermeisterin Karin Baier sagt dazu: „Wir sind mitten in Gesprächen, bis dato ist keine Entscheidung gefunden. Warum Herr Hoflehner sich mit seiner Aussage soweit rausgelehnt hat, kann ich nicht nachvollziehen.“ Sie denke aber, „dass die Schwechater Bevölkerung Verständnis dafür haben wird, dass ich in der derzeitigen Situation sehr umsichtig an mögliche Mehrkosten herangehe.“