Schwechat

Erstellt am 05. August 2016, 05:29

von Gerald Burggraf

Ein „Held in Orange“ nach Trick-Diebstahl. Barbara Sachs hat es einem Mitarbeiter der Wiener Straßenreinigung zu verdanken, dass sie ihre Geldbörse wieder hat.

Barbara Sachs hat ihre Geldbörse samt Inhalt – abgesehen natürlich vom Bargeld – wieder.    |  noen, privat

Wenn Glück im Unglück eine Rolle spielt, steht meist auch eine kuriose Geschichte dahinter. So auch im Fall von Barbara Sachs. Die ehemalige Bezirksgeschäftsführerin und Gemeinderätin der SPÖ war mit ihrem Freund, Alfred Dibon, vergangene Woche im nächtlichen Wien unterwegs. Kurz vor der Heimfahrt gönnte sich das Paar am Stephansplatz noch einen kleinen Snack.

Plötzlich kam es wenige Meter entfernt zu einer Rangelei. Kurz abgelenkt und weg war die Tasche samt Geldbörse und Handy. Und auch der Tumult hatte sich genauso schnell aufgelöst, wie er entstanden war. Sachs tippt daher auf eine abgekartete Sache. „Was macht man also mitten in der Nacht, wenn alles weg ist?“, fragt sie.

Erst einmal nach Hause, war der Plan. Am Weg zum Schwedenplatz stießen sie auf zwei Mitarbeiter der MA 48, dem Magistrat für Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark in Wien. „Wir kamen ins Gerede und einer meinte, dass in vielen Fällen die gestohlenen Gegenstände wiedergefunden werden“, erzählt Sachs.

„Happy End“ für Pädagogin

Und diese beruhigenden Worte scheinen ein Omen gewesen zu sein. Denn nur einen Tag später kam die erfreuliche Nachricht, dass die Geldbörse gefunden wurde. Und wie könnte es anders sein: von einem Mitarbeiter der MA 48, dem „Helden in Orange“. Damit waren geld- und zeitintensive Wege wie das Neuausstellen eines Führerscheins und der Bankomatkarte nicht mehr nötig.

Doch direkt erreichbar war die Schwechaterin ja nicht, da auch ihr Handy geklaut worden war. Der ehrliche Finder fand in der Geldbörse jedoch eine Visitenkarte von Bürgermeisterin Karin Baier (SP). „Er hat bei Karin angerufen und sie hat mich dann sofort per Mail informiert“, erinnert sich Sachs. Einen Tag später holte sie sich ihre Geldbörse auf der Kärntner Straße wieder ab. „Ich wollte ihn dafür entlohnen, doch er hat sich hartnäckig geweigert und gesagt, dass das sein Job sei“, berichtet sie.

Zweifelsfrei hilfreich sei zudem gewesen, dass der Finder die Geldbörse nicht im Fundbüro abgegeben habe. „Denn bis ich informiert worden wäre, hätte ich sicher schon sämtliche Behördenwege hinter mir gehabt“, ist Sachs überzeugt. Für die ehemalige Schwechater Politikerin und nunmehrige Pädagogin gab es am Ende also doch so etwas wie ein „Happy End“.