Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:32

von Andreas Fussi

Schwechater SPÖ-Funktionär wirft das Partei-Handtuch. Der Schriftführer der SPÖ Sektion 3, Harald Schmaus, übt öffentlich Kritik an SPÖ Schwechat. Karin Baier sucht Gespräch.

Harald Schmaus zieht sich aus der Politik zurück.  |  NOEN, Foto: NÖN

Mit einem bewegenden Abschiedsschreiben macht SPÖ-Funktionär Harald Schmaus seinem Ärger Luft. Der bisherige Schriftführer der SPÖ Schwechat Sektion 3 hat darin seinen Rücktritt aus der SPÖ Schwechat bekannt gegeben.

Team wurde zur "Schlangengrube"

„Leider sehe ich in der Politik keine Weitsicht mehr“,schreibt Schmaus. „Abgewählte Bürgermeister verstanden in der Vergangenheit nicht, dass sie gehen müssen. Einer davon kehrte als Abgeordneter in den Nationalrat zurück. Andere Mitglieder der SPÖ Schwechat traten mit Hannes Fazekas zurück. Schimpften und fluchten, um dann wieder zurückzukehren und nochmals als Stadtvertreter zu wirken. Ich möchte nicht in einem Team Mitglied sein, das durch solche Menschen zu einer Schlangengrube wird.“

Er trete daher mit sofortiger Wirkung als geschäftsführender Schriftführer der SPÖ Schwechat Sektion 3 zurück. „Ich möchte in meinem weiteren Leben nicht mehr in einem Atemzug mit der SPÖ Schwechat genannt werden“, fährt er fort.

Schmaus hofft auf Umdenken

Bedanken wolle er sich bei David Stockinger, Robert Angelmahr, Svetlana Zach, Anna Jansel, Sabrina und Manuel Flandorfer sowie Franz Semtner, die ihm in all den Jahren „mit Freundschaft“ begegnet seien.

Im Gespräch mit der NÖN erklärt Schmaus, sich vorerst nur aktiv zurückziehen zu wollen. Er bleibe zahlendes Mitglied der SPÖ. Bundesweit hofft er, auf ein Umdenken. „Wir müssen es schaffen, die Werte in die heutige Zeit zu transferieren.“

Fazekas-Rückkehr brachte Fass zum Überlaufen

Er sei auf Verständnis gestoßen und von vielen Parteikollegen gelobt worden, „dass ich die Karten auf den Tisch gelegt habe“. Ihm ist wichtig, den Schritt einen Monat vor der Vollversammlung der Sektion 3 gemacht zu haben.

Die Rückkehr von Hannes Fazekas in den Nationalrat sei übrigens der sprichwörtliche Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe.

Bürgermeisterin Karin Baier erklärt, mit Schmaus, den sie sehr schätze, ein persönliches Gespräch zu suchen. Sie könne „nicht ganz verstehen, was ihn genau jetzt zu diesem Schritt bewogen hat“. Baier konkret: „Ich persönlich sehe eine gute Entwicklung im Zusammenwirken innerhalb der SPÖ und hoffe, dass sich dieses neue Miteinander in Schwechat durch David Stockingers Rückkehr noch weiter verbessern wird!“

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