Erstellt am 17. Februar 2016, 14:52

von Gerald Burggraf

SJ fordert Zistler-Rücktritt. Ein Facebook-Posting von Wolfgang Zistler, FP-Bezirksparteichef und Gemeinderat in Schwechat, erhitzt wieder einmal die Gemüter.

Foto: privat  |  NOEN, privat/Paul Plutsch
Der blaue Funktionär plädiert für eine härter Gangart gegenüber Sexualstraftätern. Eine chemische Kastration, wie sie in Polen nun erlaubt ist, geht Zistler zu wenig weit und meint, dazu würden zwei Ziegelsteine genügen.

Die Sozialistische Jugend (SJ) in Schwechat ist empört und hält den FP-Mandatar für „völlig untragbar“.

x  |  NOEN, Screenshot Facebook/SJ


„Wolfgang Zistler beweist fast täglich aufs Neue, dass er im Schwechater Gemeinderat absolut nichts zu suchen hat. Mit seinen Geschmacklosigkeiten trägt er zur Vergiftung des politischen Klimas in unserem Land bei“, übt SJ-Vorsitzender Michael Gogola in einer Aussendung scharfe Kritik.

Diese Postings würden zeigen, dass für Zistler Menschenrechte und ein humaner Umgang miteinander „nichts zählen“. SJ NÖ-Obfrau Julia Jakob bezeichnet Zistler gar als „intellektuellen Leichtmatrosen“.
 
Auch der Schwechater SPÖ-Stadtparteichef, David Stockinger, zeigt sich entsetzt. Selbstverständlich trete er vehement für eine harte Bestrafung von Sexualstraftätern ein. „Ohne Pardon! Alles andere wäre absurd. Aber das muss selbstverständlich in einem zivilisierten rechtsstaatlichen Rahmen passieren. Zistler bevorzugt offensichtlich eher das System des amerikanischen Wilden Westens oder das der strengen islamischen Scharia. Das muss man ganz nüchtern feststellen“, merkt er an.
 

„Zu sexuellen Übergriffen hört
man von Gutmenschen nichts“
Wolfgang Zistler kontert


Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) zeigt sich erschrocken, zu welchen „verbalen  Entgleisungen sich Menschen im vermeintlichen Schutz der Anonymität so mancher neuer Medien hinreißen lassen.“
 
Der heftig kritisierte FPÖ-Mann nimmt die Angriffe gelassen, an einen Rücktritt denkt er erst gar nicht. „Zu diversen sexuellen Übergriffen hört man von der SJ, Gutmenschen oder Linken nichts. Aber wenn man dagegen etwas härter protestiert, erscheinen die Realitätsverweigerer auf der Bildfläche und machen sich wichtig“, kontert Zistler im Gespräch mit der NÖN.

Aus seiner Sicht gehöre einfach auf derartige Dinge hingewiesen und die Entwicklung, in der man sich in Europa derzeit befinden, sei nicht gut und gefalle ihm auch nicht. „Ich werde weiter frei von der Leber weg schreiben. Zu den getätigten Aussagen stehe ich“, unterstreicht er.