Erstellt am 10. März 2016, 05:29

von Marcella Bolaffio

Spenden und Mithilfe dringend gebraucht!. Unterwegs mit Insidern - Einblick in Freiwilligen-Hilfe. 340 Menschen aus 5 Ethnien auf engstem Raum.

Endlich wieder Schuhe – manche Bewohner gehen immer noch in Flip Flops spazieren. Gewand in kleinen Größen wird dringend gebraucht.  |  NOEN, Marcella Bolaffio

Auf einem Schotterplatz im Industriegebiet des Flughafens steht das Flüchtlings-Containerdorf „Quartier Henry Dunant“ (benannt nach dem Begründer der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und ersten Friedensnobelpreisträger). Betrieben wird es vom Flughafen Schwechat, betreut vom Roten Kreuz und angewiesen ist es auf viele freiwillige Helfer.

„Heute können wir nur ein paar Kleiderspenden einsortieren – mal schauen, ob wir nächste Woche eine Ausgabe zustande bringen“, erklärt die aktive Freiwillige Eva Denk und schlichtet zwei Säcke mit privaten Kleiderspenden ins Auto. „Es ist schon ein regelrechter Kreislauf – wir kriegen zum Beispiel ausgewählte Kleiderspenden von der Volkshilfe Beschäftigung und die nehmen dann gleich mit, was bei uns nicht gebraucht wird!“, lacht Ulli Barta, eine weitere engagierte Schwechaterin. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Freiwilligen-Gruppierungen und NGOs funktioniert.

Private Unterstützer: "Da wirst deppert"

„Man hat nur das Gefühl, die Behörden machen es einem absichtlich schwer – da wirst deppert“, werden die Eindrücke privater Unterstützer weitergegeben. Aber jetzt zählt die Arbeit: Eintragen am Stützpunkt, sortieren in der Kleiderkammer für Frauen, auffüllen in der Kleiderkammer für Männer, Kindersachen wieder extra. Alles in verschiedenen Containern. „Bei der Ausgabe dürfen immer zwei gleichzeitig in die Räume und die Frauen dürfen probieren – am Anfang hatten wir draußen Tische aufgestellt, da ist immer eine regelrechte Panik ausgebrochen“, erklärt Barta.

Es ist schwierig, 340 Menschen fair zu versorgen, wenn man auf Spenden angewiesen ist. In Mappen wird vermerkt, was jeder Einzelne braucht und was bereits genommen wurde. „Hier leben 340 Menschen aus 5 Ethnien und unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten auf engstem Raum. Dass hier untereinander solidarisiert und gemeinsam organisiert wird, wird noch dauern“, kennt Barta die Schwierigkeiten. Beim Gehen werden wir aufgehalten: Zwei Jugendliche fragen nach einem Platz im Deutschkurs – derzeit mangelt es an Freiwilligen, die einen anbieten. Eine Frau zeigt uns stolz ihr wenige Wochen altes Enkelkind und lädt uns zum Tee ein.

Immer wieder können Menschen ausquartiert und privat untergebracht werden – andere kommen nach. Sie werden aus ganz Österreich zugewiesen. „Das hört nie auf! Das Dorf ist auf sieben Jahre konzipiert – ob wir das so lange schaffen?!“, fragt Eva Denk besorgt. „Aber ja – wenn wir es schaffen, ein bis zwei fixe Tage für Sortieren und Ausgabe zu organisieren, wird es wieder leichter“, beschwichtigt Barta. Aber dazu braucht es weiterhin laufend Sach- und Geldspenden – und ausreichend helfende Hände.

Was kann ich tun?

Spenden & Helfen:

helfen.qhd@n.roteskreuz.at

(Infos für Sach- und Geldspenden und freiwillige Mithilfe am Quartier Henry Dunant) oder telefonisch: 059 144 50 560

Facebook:

ARGE Flüchtlingssituation Schwechat (Freiwillige Flüchtlingshilfe Schwechat)

Auflistung im Web:

www.schwechat.gv.at/de/aktuelles/1951/Was-kann-ICH-fuer-die-Fluechtlinge-tun