Schwechat

Erstellt am 24. Juni 2016, 11:14

von APA Red

Schwechat schreibt Multiversum-Verkauf aus. Veranstaltungshalle könnte noch heuer veräußert werden. Landesrätin Petra Bohuslav betont: Ohne sportliche Teilnutzung müsse die Förderung zurückgezahlt werden.

 |  NOEN, Andreas Fussi

Die Stadtgemeinde Schwechat (Bezirk Wien-Umgebung) sucht per Ausschreibung einen Käufer für das Multiversum. Ende September sollen Angebote gesichtet werden, sagte Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) am Freitag nach einer Gemeinderatssitzung am Donnerstag. Ohne sportliche Teilnutzung der Halle müsse die Stadt 2,8 Millionen Euro Förderung zurückzahlen, teilte Landesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) mit.

Frist läuft voraussichtlich bis Ende September

Eine Absichtserklärung zum Verkauf des 2011 eröffneten Multiversums hatte der Gemeinderat bereits im November 2015 getroffen. Am Donnerstag wurde über die weitere Vorgangsweise bei der Veräußerung der umstrittenen Veranstaltungshalle entschieden. In den nächsten Tagen soll die Ausschreibung veröffentlicht werden, die Frist läuft voraussichtlich bis Ende September. Eine Entscheidung in diesem Jahr "kann ich mir vorstellen", meinte Baier.

Sportministerium und Land NÖ haben das Großprojekt mit Förderungen in Millionenhöhe unterstützt. Gebe es nach einem Verkauf des Multiversums keine Bereiche mehr, die sportlich genutzt werden, "dann muss von der Stadt Schwechat die Sportstättenförderung des Landes in der Höhe von 2,8 Millionen Euro zurückgezahlt werden", hielt Bohuslav am Freitag in einer Aussendung fest, "denn dann fällt der ursprüngliche Fördergrund weg".

Der Zuschuss habe nur das Ziel, die Errichtung von Sportstätten und damit den niederösterreichischen Sport zu unterstützen. "Diese Tatsache ist bei einem Verkauf des Multiversums jedenfalls zu bedenken", teilte Bohuslav mit.

Stadtgemeinde übernimmt 33-Prozent-Anteil der WSA

"Unser erster Wunsch ist, dass wir einen Käufer finden, der die Nutzung so wie bisher weiterführt", sagte Baier, also dass die Halle weiterhin auch für sportliche Zwecke verwendet werde. "Wenn dies nicht der Fall wäre, müsste die Stadt die Förderung zurückzahlen."

Ebenfalls beschlossen wurde am Donnerstag, dass die Stadtgemeinde den 33-Prozent-Anteil der insolventen Werner Schlager Academy Betriebs GmbH (WSA) an der Multiversum Schwechat Betriebs GmbH übernimmt. Damit ist die Stadt Alleineigentümerin der Gesellschaft. "Das ist eine Verbesserung im Hinblick auf eine mögliche Verkaufsabwicklung", sagte die Bürgermeisterin.

Der Rechnungshof hatte in einem Bericht zum Multiversum im Juni 2014 unter anderem scharfe Kritik an Kompetenzüberschreitungen des ehemaligen Bürgermeisters Hannes Fazekas (SPÖ), der im Herbst 2013 nach einem Misstrauensantrag nach rund elf Jahren Amtszeit zurücktrat, geübt. Die Prüfer bemängelten außerdem, dass die ursprünglich geplanten Baukosten von 37 Millionen Euro mit 50 Millionen deutlich überschritten wurden.