Erstellt am 24. Dezember 2015, 07:33

von Jutta Hahslinger

Taschenräuber: "War a b’soffene G‘schicht". 29-Jähriger schlug Opfer Faust ins Gesicht, als es geklaute Tasche zurückverlangte. Raubhelfer hielt empörten Begleiter in Schach.

Der Wiener (links) legte im Gegensatz zu dem 33-jährigen Schwadorfer ein reumütiges Geständnis ab.  |  NOEN, Hahslinger

Bei der Polizei beteuerten ein Wiener (29) und ein 33-jähriger Schwadorfer noch:„Beim Feuerwehrfest in Rannersdorf ist nichts vorgefallen.“ Das Duo wollte sich alkoholbedingt an nichts erinnern können: Weder an den Diebstahl einer Damenhandtasche, noch an die tätliche Auseinandersetzung mit den Verfolgern, der bestohlenen Frau und deren Ehemann.

Vor Gericht überraschte der Wiener mit einem Geständnis und gestand den räuberischen Diebstahl. „Warum war Ihnen die Tasche so wichtig, dass Sie sogar eine Frau schlugen?“, will Richter Manfred Hohenecker wissen. „Ich wollte mit der Tasche einfach weg. Heute weiß ich, es war ein Megablödsinn und ich habe keine Ahnung, warum ich es gemacht habe. Es tut mir sehr leid“, gesteht der 29-Jährige sichtlich beschämt und entschuldigt sich beim Opfer. Er versucht aber, seinen Freund, den 33-jährigen Schwadorfer, aus der Straftat rauszuhalten. Dieser habe nichts vom Diebstahl gewusst, beteuert er.

Schwadorfer bleibt beim Leugnen seiner Verantwortung

„Er hat aber den Ehemann des Opfers in Schach gehalten und am Krawattl gepackt“, hält der Richter dagegen. Der Schwadorfer bleibt beim Leugnen seiner Verantwortung und will von dem Raub nichts mitbekommen haben. Er habe seinem bedrängten Freund nur helfen wollen, beteuert er.

Der Schöffensenat befindet aber beide für schuldig: Der bislang unbescholtene Wiener wird zu einem Jahr auf Bewährung und der Schwadorfer zu zehn Monaten bedingt verurteilt.