Erstellt am 06. April 2016, 07:04

von Gerald Burggraf

Teure Aushilfe für die Ferien-Betreuung. Eltern-Kind-Zentrum kompensiert Ausfall des Kindergartens III, wo gebaut wird. Oppositionskritik an hohen Kosten.

 |  NOEN, Elena Elisseeva

Die neunwöchigen Sommerferien konnte die Stadtgemeinde in den Kindergärten bisher dank dreier Standort gut abdecken. Jeweils drei Wochen hatte einer der Kindergärten für die Ferienbetreuung geöffnet. Dadurch konnten auch die mehrwöchigen Reinigungsarbeiten problemlos bewerkstelligt werden.

Doch im kommenden Sommer sieht die Sache anders aus. Denn im (neuen) Kindergarten III werden zwei Lifte eingebaut. Baulich wurde mit Schächten schon bei der Errichtung vor rund vier Jahren vorausgeplant, die Lifte selbst wurden aber aus Kostengründen nie installiert.

Aufgrund der Tatsache, dass der Kindergarten III mittlerweile eine Krippe und seit Februar zwei Kindergruppen beherbergt, holt man diesen Einbau nun nach. Der Baustart wird mit der ersten Ferienwoche erfolgen, die Arbeiten werden rund fünf Wochen dauern. Die Kosten beziffert der zuständige Stadtrat Thomas Bäuml (GfF) auf rund 70.000 Euro.

Daher steht der Kindergarten III nicht für die Ferienbetreuung zur Verfügung. „Die beiden anderen Kindergärten decken jeweils eine zusätzliche Woche ab. Die mittlere Woche blieb aber frei“, so Bäuml. Daher entschied man sich, das (von der Stadt finanzierte) Eltern-Kind-Zentrum (EKIZ) als Alternative anzubieten.

Betreuung im EKIZ kostet deutlich mehr

Während die Betreuung im Kindergarten jedoch kostenlos ist, werden im EKIZ 150 Euro pro Kind für einen einwöchigen Ganztagsbesuch fällig. „Das ist im Vergleich zu anderen Eltern-Kind-Zentren in der Region günstig“, betont der Stadtrat. Zudem biete das EKIZ ein ganz anderes Programm. Dennoch erntet die Gemeindeführung auch Kritik. „Bisher hat es immer geheißen, neun Wochen Ferienbetreuung sind ja kein Problem. Wenn dem nicht so ist, dann muss ich das aber auch sagen“, ärgert sich Liste Schuh-Chefin Renate Strauss. Denn nicht jeder könne sich das Angebot im EKIZ leisten. Immerhin rühme man sich aber stets als „Kinderstadt“.

Für GfF-Stadtrat Bäuml ist die Kritik unverständlich. In Härtefällen könnte es Förderungen der Stadt geben. Diesem Vorschlag kann auch die SPÖ etwas abgewinnen, allerdings müsse „man es auch sagen“. Bäuml selbst glaubt aber kaum an derartige Fälle. „Eltern müssten sich diese eine Woche doch einteilen können“, hebt er die Eigenverantwortlichkeit der Erziehungsberechtigten hervor.