Erstellt am 23. Oktober 2015, 05:27

von Andreas Fussi

"Theater Forum bleibt bestehen". Bürgermeisterin Baier betont, dass das Theater Forum trotz Kündigung des Intendanten weiterhin bestehen bleibt und gefördert wird. Opposition pocht auf Lösung.

Das Theater Forum Schwechat bietet von September bis Juni ein vielfältiges Programm mit zeitgenössischen Stücken, neuen Interpretationen von Klassikern, Kabarett, Literatur sowie Kinder- und Jugendtheater. Es zeigt mindestens zwei Eigenproduktionen jährlich. Im Jänner und Februar findet das über die Grenzen bekannte "Schwechater Satirefestival" statt.  |  NOEN, Bernhard Schober

Überrascht zeigt sich SPÖ-Bürgermeisterin Karin Baier, dass Theater Forum Intendant Johannes C. Hoflehner, wie in der NÖN angekündigt, Ernst macht und seinen Vertrag verbindlich nach Juni 2016 nicht mehr verlängert.

„Lösungen wurden angeboten“

Um Gerüchten vorzubeugen, stellt sie aber klar, dass die Stadtgemeinde das Theater weiterhin erhalten werde. „Das Theater Forum wird von uns in der gleichen Form wie bisher gefördert und wird zu 100 Prozent bestehen bleiben!“ Man arbeite mit Hochdruck an einer neuen Lösung. Baier macht klar, dass sie Hoflehner „Lösungen angeboten“ habe, „wodurch er auch entlastet worden wäre“. Er hätte aber eine andere Lösung im Sinn gehabt, so Baier, die einmal mehr betont, dass angesichts der Budgetlage keine Mehrkosten zu vertreten wären.

Auch Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) zeigt sich über die Kündigung Hoflehners erstaunt. „Wir wollten die Gespräche eigentlich fortführen. Ich sehe nicht so sehr die finanzielle Belastung als Problem, da hätten wir schon eine Lösung gefunden.“ Sie schätze Hoflehner und seine Arbeit trotzdem weiterhin sehr.

Auch in der Opposition wird die Entscheidung des Intendanten diskutiert. Für FPÖ-Stadträtin Andrea Kaiser ist das Theater Forum „einer der bestgeführten Betriebe in Schwechat. Im Vergleich zu Multiversum oder SVS legt Herr Intendant Hoflehner jeden Förder-Euro nachvollziehbar offen.“

„Finanzielle Sorgen sind keine Überraschung“

Kaiser: „Ich kann nicht verstehen, dass die Stadtregierung nicht gewillt ist, eine geeignete Lösung herbeizuführen, um einen Geschäftsführer mit hohen Kompetenzen und Einsatz in Schwechat zu halten und habe diesbezüglich auch bereits bei der Frau Bürgermeister interveniert.“

ÖVP-Stadtrat Lukas Szikora: „Die finanziellen Sorgen der Bürgermeisterin sind keine Überraschung und auch nachvollziehbar, man kann wieder einmal erkennen wie ihre Vorgänger gewütet haben. Jetzt muss sogar ein renommierter Kulturbetrieb dafür zahlen, traurig!“ Und ÖVP-Stadtparteichef Alexander Edelhauser poltert: „Weiterhin 25.000 Euro pro Tag für das Multiversum, aber alle anderen Kulturveranstaltungen einstellen, liegt ausschließlich in der Verantwortung von Rot/Grün.“ Und er kritisiert: „Sich immer nur auf andere ausreden, aber selbst nichts weiterbringen, wird die Stadt Schwechat in die Insolvenz führen.“

"Typisches Beispiel für die Überbürokratisierung in unserem Land“

Für NEOS-Mandatar Christoph Mautner-Markhof sind „die Probleme im Theater Forum ein typisches Beispiel für die Überbürokratisierung in unserem Land“. Mehrkosten für das Budget seien aber in der momentanen Situation „leider nicht tragbar“. Er hoffe, dass noch Gespräche geführt werden, um zu einer akzeptablen Lösung zu kommen. „Das Forum ist aus der Schwechater Kulturlandschaft nicht wegzudenken und muss in jedem Fall erhalten bleiben.“

1991 wurde das leer stehende „Elite“-Kino in der Ehrenbrunngasse zu einem Veranstaltungsort umgebaut und als „Forum Schwechat“ wiedereröffnet.

Seit 2001 wird unter der Intendanz von Johannes C. Hoflehner die Bühne mit dem Schwerpunkt Sprechtheater unter dem Namen Theater Forum Schwechat geführt. Die Vielfalt brachten dem Haus eine Vervierfachung der Besucherzahlen und mehr als Verdoppelung der Auslastung.