Erstellt am 30. Dezember 2015, 05:48

von Gerald Burggraf

U-Bahn oder die Bim?. Grüne wollen Straßenbahn, Gegner bezeichnen Idee als „verstaubt“. Land setzt eher auf Attraktivierung der S-Bahn.

Die U-Bahnlinie U3 wird auch in naher Zukunft die Endstation in Simmering haben.  |  NOEN, Foto: Burggraf
Der Vorstoß von Paul Stadler, seines Zeichens neuer Simmeringer Bezirksvorstehers von der FPÖ, die Wiener U-Bahnlinie U3 bis nach Schwechat verlängern zu wollen, stieß in der Braustadt und Umgebung auf viel Resonanz.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn (Grüne) nicht abgeneigt, sie hielt jedoch eine Verlängerung der Straßenbahn nach Schwechat für realistischer.

In die selbe Kerbe schlägt ihr Parteikollege Manfred Smetana, der gemeinsam mit Christian Herret die Initiative „Bring our Bim back“ ins Leben rief. Dabei wird gefordert, entweder die Straßenbahnlinien 6 oder 71 bis ins Schwechater Stadtzentrum zu verlängern. Eine Bim wäre nicht nur kostengünstiger, sondern sei auch für die Gewerbetreibenden die bessere Lösung, da so die Attraktivität gesteigert werden würde.


Eine gänzlich andere Meinung vertritt hier jedoch der ehemalige VP-Verkehrsstadtrat und Krenn-Vorgänger Ernst Viehberger. Er hält diese Idee für „anachronistisch“ und „verstaubt“. Zudem sei das nicht umsetzbar, da kein Platz für zwei Gleiskörper gegeben sei. Er begrüßt hingegen die Idee aus Simmering sehr und verweist dabei auch auf seine unzähligen Versuche, in dieser Richtung etwas zu bewegen. Zielführend wäre aus seiner Sicht eine Etappenlösung, mit einer ersten Stufe zur S7-Station Kaiserebersdorf (vormals Klein Schwechat).

Bei der Schnellbahnlinie hakt dann jedoch das Land NÖ ein. So sei Schwechat schon jetzt „hervorragend vom öffentlichen Verkehr erschlossen“, meint Florian Liehr, Sprecher von Verkehrslandesrat Karl Wilfing (ÖVP). Neben den Buslinien gebe es auch die Bahn. Zudem verweist er bei einer möglichen U-Bahn-Verlängerung auf die immensen Kosten. Und hier sei der Bund gefordert. „Eine Verlängerung der U3 kann nur eine langfristige Maßnahme sein“, betont er. Kurz- und mittelfristig wolle man die S-Bahnstrecken attraktiveren.

Derselben Ansicht ist man auch bei den Wiener Linien. Hier mit U- und S-Bahn zweigleisig zu fahren macht wenig Sinn, unterstreicht Sprecher Answer Lang auf NÖN-Anfrage.