Erstellt am 14. Dezember 2015, 12:32

von Brigitte Wimmer

Vom Marmorblock zur Taucherin. Die NÖN begleitete Destan Gashi 6 Wochen bei seiner Arbeit an einer Skulptur.

Beim Besuch der NÖN in der vierten Woche zeigt Gashi, wie gleichmäßig und fein die Oberfläche der Steinfigur schon ist. Ab jetzt wird poliert!  |  NOEN, Brigitte Wimmer/Barbara Gashi
Destan Gashi kommt aus dem Kosovo, und sein Herz schlägt für die Bildhauerei. Jeden Tag fährt er aus Wien nach Himberg in sein Atelier. „Ich bin hier gerne alleine, denn ich brauche Ruhe beim Arbeiten und höre am Liebsten klassische Musik dabei“ erklärt der akademischen Bildhauer.

Spitzeisen, Zahneisen und der Stockhammer sind seine wichtigsten Werkzeuge. Früher machte der Künstler oft Skizzen oder kleine Tonmodelle, bevor er eine Skulptur in Stein begann. Die jahrzehntelange Erfahrung und die vielen Studien nach der Natur und das Zeichen nach Aktmodellen auf der Akademie in Brüssel, ermöglichen es ihm heute, seine Skulpturen, ohne Vorlage zu meißeln.



Zu Beginn hatte der Marmorblock der aktuellen Steinfigur 150 Kilogramm, ein Rohblock aus Sölker Marmor aus der Gegend um Schladming. Ausgesucht hat ihn das Ehepaar, welches Gashi den Auftrag zu dieser „Eintauchenden Frau“ erteilte.

Der Stein ist sehr hart und schon 380 Millionen Jahre alt. 105 Kilogramm hat der Bildhauer der Figur abgeschlagen in diesen sechs Wochen mit hohem Werkzeugverschleiß.

„Zur „Eintauchenden“ inspiriert hat mich die 19 Meter hohe Brücke über den Drin, in meiner Heimat Kosova, wo seit jeher Springwettbewerbe stattfinden“, meint Gashi, „da habe ich oft zugesehen als Junge.“