Erstellt am 04. März 2016, 05:19

von Otto Havelka

Wehrhafte Frauen. Die Gemeinde offeriert Selbstverteidigungskurse für Frauen zu günstigen Preisen. Die Nachfrage ist enorm.

Selbstverteidigungskurse für Frauen sind »in«. Auch die Gemeinde bietet solche Kurse an.  |  NOEN, Foto: Goju Kan

Das Thema ist publikumsträchtig und heikel zugleich: Als eine der ersten Gemeinden offeriert Ebergassing Selbstverteidigungskurse für Frauen. Der Zulauf ist enorm. Spätestens seit den Übergriffen von Asylwerbern auf Frauen in der Silvesternacht in Köln boomt das Geschäft. „Wir versuchen, die Kurse politisch neutral abzuhalten“, sagt Kursleiter Helmut Lohner, militärischer Nahkampfausbilder und Inhaber des 5. Dan Karate.

„Bedrohungspotenzial ist immer da“, sagt er, aber die Verunsicherung bei Frauen sei derzeit groß. Ziel der insgesamt achtstündigen Kurse sei, dass sich Frauen sicherer fühlen. In dem von ihm entwickelten „ABS-System“ (Ablenken, Befreien, Schlagen) gehe es nicht darum, jeden gleich auf’s Kreuz zu legen. Vielmehr sollen die Damen geschult werden, durch Aufmerksamkeit, Erkennen und richtiges Einschätzen von Situationen gewalttätigen Konflikten aus dem Weg zu gehen.

„Sie lernen aber auch ein paar Grundregeln, sich zu wehren, wenn es drauf ankommt“, so Lohner. Den Anstoß zu dem Pilotprojekt lieferte eine Privatinitiative des Ebergassingers Helmut Reznicek. Er wünschte sich so einen Kurs für seine jugendliche Tochter und fragte bei SP-Bürgermeister Roman Stachelberger an.

Zum Thema

• Die Selbstverteidigungskurse für Frauen in der Neuen Mittelschule am 12./13. März und 16./17. April (2 x vier Stunden, Preis: 10 Euro) sind ausgebucht.
• Kursleiter Helmut Lohner ist militärischer Nahkampfausbilder, Obmann des Karatevereins „Goju Kan“, Cheftrainer des NÖ Karateverbandes und Vizepräsident des österreichischen Karatebundes.
• Er leitet auch Selbstverteidigungskurse für Frauen in Unternehmen, wie zum Beispiel ÖBB.