Erstellt am 01. April 2016, 05:34

von Otto Havelka und Susanne Müller

Weiter Diskussion um Flüchtlingscontainer. Geht es nach SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker, bleiben 15 Flüchtlingscontainer leer. "Viel Platz für Spekulationen. "

Leere Flüchtlingscontainer in der Lagerstraße 1 bieten Platz für viele Spekulationen.  |  NOEN, Havelka

Seit einer Woche stehen auf dem Heeresareal Lagerstraße 1 sechzig Container (40 Wohncontainer für 80 Personen und 20 Sanitär- und Durchgangscontainer) für die Beherbergung von Flüchtlingen parat. Und sie bieten Stoff für jede Menge Polit-Erklärungen und Spekulationen.

Unter dem Motto „Ja zum Helfen - Nein zum Massenlager“ reichten SP-Nationalrat Werner Preiner und Bruckneudorfs Gemeindeführung eine Petition mit mehr als 1.300 Unterschriften im Nationalrat ein. Preiner dazu: „Es geht darum, dass wir Massenlager vermeiden, denn Integration kann nur in kleinen Einheiten funktionieren und auch nur dann, wenn die Gemeinde rechtzeitig informiert wird.“

„Unsere Gemeinde möchte natürlich helfen"

Dem schloss sich Bruckneudorfs SP-Bürgermeister Gerhard Dreiszker an: „Unsere Gemeinde möchte natürlich helfen, aber wir wollen das Ausmaß der Unterbringung in gewisser Weise selbst bestimmen.“

Genau das führt nun zu einer kuriosen Situation: Wie der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, bestätigte, bringt das Innenministerium Ende April im Containerdorf „vorerst“ nur etwa 30 Asylwerber unter. Bürgermeister Dreiszker hat bereits im Vorjahr zu „maximal 100 Flüchtlingen in der Gemeinde“ Ja gesagt. Da derzeit rund 50 Asylwerber in Privatquartieren im Schloss Königshof und in der Schöberlgasse untergebracht sind, könnten noch weitere zwanzig ins Containerdorf einziehen. Dann blieben aber noch immer 30 Quartierplätze (15 Container, geschätzte Kosten: 150.000 Euro) ungenützt.

Brucks Grüne-Gemeinderat Roman Kral regte daher an: „Bruck sollte sich mit Bruckneudorf zusammensetzen, um deren Überkapazitäten für die Asylberechtigten zu nutzen.“ Schließlich wird die Zahl jener, die bereits einen positiven Asylbescheid in Händen halten, in Bruck laufend größer. Für sie Wohnraum in Bruck zu finden, gestaltet sich jedoch mehr als schwierig. „Bevor die Räume in den Containern leer stehen, soll das Ministerium sie an die Asylberechtigten vermieten“, meint Kral, dass dies vorübergehend eine gute Lösung wäre, die „auch helfen könnte, die Integration voranzutreiben“, so Kral.

 „Wenn Bruckneudorf die Türen aufmacht, ist das erfreulich.“ 

Bruckneudorfs Bürgermeister Gerhard Dreiszker winkte jedoch sofort ab: „Das kommt sicher nicht infrage.“ Er bezweifle außerdem, ob die Unterbringung von Asylberechtigten in Flüchtlingsquartieren „gesetzlich überhaupt möglich ist“. Brucks Bürgermeister Richard Hemmer (SP) will sich nicht in die Angelegenheiten der Nachbargemeinde einmischen: „Wenn Bruckneudorf die Türen aufmacht, ist das erfreulich.“ Letztendlich liege die Entscheidung aber ohnehin beim Ministerium.